SymbolbildIstanbul: Zahl der Flutopfer steigt auf drei, vier Vermisste
Rekordregen hat Istanbul in dieser Woche überflutet. Das Gouverneursamt meldete am Donnerstag drei Tote und vier Vermisste.
Unter den Toten sind ein 14-jähriger Junge, der in Fatih nach einem Schritt in eine Pfütze durch einen Stromschlag starb, und eine 34-jährige Person, die in Sarıyer ausrutschte und sich den Kopf stieß. Die Leiche eines Mannes nahe dem Sadabad-Park in Kağıthane wurde noch identifiziert. In Beykoz fielen laut dem städtischen Katastrophenkoordinationszentrum zwischen Dienstag null Uhr und Donnerstag 7.30 Uhr 269,5 mm Regen. Gouverneur Davut Gul sprach von den höchsten Niederschlägen seit Beginn der Aufzeichnungen 1942, die Stadtverwaltung nannte für manche Gebiete die höchsten seit 1985. Innenminister Mustafa Çiftçi sagte, in Istanbul seien 2.727 Menschen evakuiert worden und 46.597 Einsatzkräfte im Einsatz.
Straßen, Krankenhäuser und eine Moschee betroffen
Al Jazeera berichtet unter Berufung auf lokale Medien, in Eyüpsultan und Gaziosmanpaşa seien Straßen eingebrochen, und Wasser sei in zwei Krankenhäuser und eine U-Bahn-Station gelangt. Daily Sabah meldet, der Kağıthane-Bach sei über die Ufer getreten und habe die historische Sadabad-Moschee überflutet. Die Schulen in Istanbul blieben zwei Tage geschlossen, sagte Çiftçi.
Stadtplanung verschärft Schäden
Der Meteorologe Mikdat Kadıoğlu von der Technischen Universität Istanbul sagte Daily Sabah, ein Zusammenhang mit dem Klimawandel müsse erst in einer Attributionsstudie geprüft werden. Bauten in Bachbetten und mangelhafte Infrastruktur hätten die Schäden vergrößert: „Regen ist natürlich, die Katastrophe ist menschengemacht.“
Andere Meinungen
Zum Flugverkehr gibt es abweichende Angaben: The National nennt unter Berufung auf den Gouverneur 51 umgeleitete und 19 gestrichene Flüge am Istanbuler Flughafen, Al Jazeera meldet unter Verweis auf Daily Sabah normalen Flugbetrieb.