SymbolbildIEA beschleunigt Freigabe von Ölreserven über 400 Millionen Barrel hinaus
Die IEA will die Freigabe ihrer verbleibenden Notreserven beschleunigen und damit die im März zugesagten 400 Millionen Barrel übertreffen. Laut Bloomberg äußerte Washington gegenüber den Mitgliedern Unmut.
Nach einer Verwaltungsratssitzung in Paris am Donnerstag, 15. Oktober, teilte die IEA mit, die Mitglieder hätten bislang rund 330 Millionen Barrel freigegeben. Die restlichen etwa 100 Millionen, darunter mehr als 20 Millionen Barrel Diesel, sollen so bald wie möglich folgen. Einige Mitglieder haben mehr freigegeben als im März zugesagt, zu Beginn des Krieges mit dem Iran, sodass die Gesamtmenge diese Zahl übersteigt. Die Entscheidung entspricht einer G7-Forderung von Anfang Oktober nach 100 Millionen Barrel binnen vier Monaten. Die IEA rief zudem Mitglieder mit Förder- und Raffineriekapazitäten auf, das Angebot an Rohöl und Diesel zu erhöhen.
Diesel bleibt knapp
Die IEA warnte, das globale Dieselangebot bleibe bis weit ins Jahr 2027 knapp. Russlands gelockerte Dieselexporte änderten wenig, da ukrainische Drohnenangriffe die Raffineriekapazität verringert hätten. Die Mitglieder halten weiterhin rund 1,1 Milliarden Barrel staatlicher Reserven, davon über 200 Millionen Diesel, und die IEA ist bereit, mehr freizugeben.
Preise und nationale Beiträge
Frankreich erwartet laut Handelsblatt einen um 12 bis 18 Cent niedrigeren Dieselpreis pro Liter und steuert 10 Millionen Barrel über drei Monate bei. Laut The National stieg Brent nach der Ankündigung um 0,15 Prozent auf 106,20 Dollar und WTI um 3,28 Prozent auf 98,21 Dollar.
Washington äußert Unmut
Bloomberg berichtet, die USA hätten den IEA-Mitgliedern ihren Unmut über die Notfreigabe mitgeteilt; Einzelheiten lagen uns nicht vor. Laut Handelsblatt hatte Trump die Prüfung eines Dieselexportstopps angekündigt und Finanzminister Scott Bessent mehr europäische Lieferungen gefordert, eine Drohung, die nach der G7-Reaktion vom Tisch war.