SymbolbildTreibstoffschock durch den Iran-Krieg trifft Airlines und Frachtverkehr, UN senkt Wachstumsprognose
Delta Air Lines senkte am Freitag seine Gewinnprognose, weil Kerosin in diesem Jahr 6 Mrd. Dollar mehr kostet. Auch die Tankerraten sind stark gestiegen.
Delta senkte seine Prognose für den Gewinn je Aktie 2026 auf 5,10 bis 5,60 Dollar, im Juli waren es noch 6,50 bis 7,50 Dollar, und das trotz Rekordumsatz von 17,6 Mrd. Dollar im dritten Quartal (plus 16 Prozent). Die Treibstoffkosten stiegen um 69 Prozent, und US-Kerosin erreichte am Donnerstag 4,71 Dollar je Gallone, während die kurze Belebung der Schifffahrt in der Straße von Hormus laut FT nachzulassen scheint. Finanzchef Erik Snell sagte, die Kürzung gehe allein auf den Treibstoff zurück, die Preise könnten länger hoch bleiben. Anders als europäische Gesellschaften sichern US-Airlines Kerosin nicht ab und sind deshalb stärker exponiert.
Airlines rüsten sich für einen harten Winter
easyJet und Lufthansa kürzen ihre Winterkapazitäten, und laut Cirium strich die Branche allein im September 6 Mio. Sitze aus den Flugplänen für Oktober bis Dezember. Ryanair-Chef Michael O'Leary nennt die Lage "eine ausgewachsene Krise" und rechnet mit hohen Treibstoffpreisen bis mindestens 2028. IAG-Chef Luis Gallego erwartet Probleme für kleinere Gesellschaften, nachdem Spirit Airlines im Mai und airBaltic im vergangenen Monat zusammengebrochen sind.
Tankermangel treibt die Frachtkosten
TASS berichtet unter Berufung auf Bloomberg, die Charter eines Tankers von den USA nach China koste rund 80 Mio. Dollar, 6 Mio. mehr als ein Start einer Falcon 9. Vitol-Chef Russell Hardy wird mit den Worten zitiert, es gebe nicht genug Schiffsraum für alle, wobei die Lage in Hormus den Mangel verursache.
Reserveöl und niedrigere Wachstumsprognose
Reuters-Schlagzeilen zufolge gibt Deutschland im Rahmen eines G7-Plans bis zu 15 Millionen Barrel Öl frei, und die UN-Handelsorganisation erwartet für 2026 nur noch 2,6 Prozent Weltwirtschaftswachstum.