SymbolbildÄthiopische Truppen nehmen Mekelle ein, vier Nachbarn rücken in Ägypten zusammen
Bundestruppen und verbündete tigrayische Kämpfer haben Mekelle am Wochenende unter Kontrolle gebracht, nachdem sich die TPLF zurückgezogen hatte. Am Sonntag lehnten Ägypten, Eritrea, Somalia und der Sudan einseitige Schritte am Nil ab.
Bundestruppen und die Tigray Peace Force, eine Miliz einer abtrünnigen TPLF-Fraktion, rückten am Samstag, 3. Oktober, ohne Kampf in Mekelle ein, berichtet Le Monde. Die TPLF erklärte, sie habe die Stadt vorübergehend verlassen, um die Souveränität Tigrays zu schützen. Die Kämpfe hatten sich am 23. September verschärft, als die TPLF Flughäfen in Mekelle, Axum und Shire besetzte, so die New York Times. Laut AFP wurden in einigen Vierteln Läden und Gebäude geplündert. Äthiopische Staatsmedien zitieren Abraham Belay mit den Worten, eine Übergangsverwaltung werde vorbereitet, Regionalwahlen seien binnen Monaten erhofft.
Gipfel in New Alamein
Die vier Staatschefs lehnten am Sonntag einseitige Maßnahmen ab, die die bestehende Nutzung des Nilwassers beeinträchtigen, und forderten, die Kontrolle über das Rote Meer solle bei den Anrainerstaaten bleiben. Laut ihrer gemeinsamen Erklärung lehnten sie zudem die Anerkennung Somalilands ab.
Eritrea als nächstes Ziel?
Äthiopien beschuldigt Ägypten, Eritrea und den Sudan, das Rebellenbündnis zu unterstützen; alle drei bestreiten das. Ein Vertreter der abtrünnigen TPLF-Fraktion sagte der AFP: "Der Nächste ist der eritreische Diktator." Die USA riefen Äthiopien und Eritrea auf, die territoriale Integrität des anderen zu achten.