SymbolbildBolsonaro liegt in Brasiliens erstem Wahlgang knapp vor Lula, Stichwahl steht fest
Der rechte Senator Flávio Bolsonaro lag am Sonntag mit rund 47 zu 45 Prozent vor Präsident Lula. Beide treten am 25. Oktober in der Stichwahl gegeneinander an.
Die Umfragen hatten in die andere Richtung gezeigt: Eine Datafolha-Erhebung vom Samstag sah Lula bei 45 Prozent der gültigen Stimmen und Bolsonaro bei 42 Prozent. Lula sagte Anhängern in São Paulo, er sei überzeugt gewesen, schon im ersten Wahlgang zu gewinnen, und fügte hinzu: „Wir befinden uns in der Verlängerung.“ Bolsonaro erklärte in Brasília, Brasilien wolle Veränderung, und verkündete „das Ende der Ära“ von Lulas Arbeiterpartei. Beide mieden die großen Fernsehdebatten, und der Wahlkampf bot wenig inhaltliche Auseinandersetzung.
Rechtsruck im Kongress und in den Bundesstaaten
Laut FAZ stellt die Liberale Partei (PL) künftig 29 Senatoren, bisher waren es 15. Der konservative Tarcísio de Freitas wurde mit knapp 63 Prozent als Gouverneur von São Paulo wiedergewählt und schlug Fernando Haddad von der Arbeiterpartei. Michelle Bolsonaro und Carlos Bolsonaro gewannen beide Senatssitze.
Trumps Schatten und die Märkte
Lulas Verbündete warnen, die Regierung Trump könnte einen Wahlsieg Lulas nicht anerkennen. Trump hat keinen Kandidaten offiziell unterstützt, empfing Flávio Bolsonaro aber im Weißen Haus. Die Jerusalem Post berichtet, das Ergebnis könne Brasiliens Währung und Börse stützen.