SymbolbildRussland trifft Kiewer Brücke während Merz-Besuch und kündigt härtere Angriffe an
Bundeskanzler Friedrich Merz ist am Sonntag überraschend nach Kiew gereist und hat neue Hilfen angekündigt. Während seines Aufenthalts traf eine russische Drohne die Nordbrücke über den Dnipro.
Merz traf am Sonntag, 4. Oktober, mit dem Sonderzug zu seinem zweiten Kiew-Besuch als Kanzler ein, begleitet von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und zehn Unternehmern aus Rüstung und Energie. Vor der Ruine der eine Woche zuvor getroffenen Akademie der Wissenschaften sagte er an Putin gerichtet: „Hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf.“ Berlin sei zu Gesprächen bereit, so Merz, aber erst, wenn die Waffen schweigen.
Hilfe und Abfangdrohnen
Laut Handelsblatt gibt Deutschland eine Milliarde Euro aus bereits bewilligten Haushaltsmitteln für weitreichende Waffen und Abfangdrohnen frei, dazu 350 Millionen Euro für die Reparatur von Kraftwerken. Aus Delegationskreisen erfuhr die FAZ, dass 20.000 Abfangdrohnen gegen Drohnen mit Düsenantrieb produziert werden sollen; das Paket umfasst zudem Kampfdrohnen und Satellitentechnik. Die deutsche Delegation nennt 14 unterzeichnete Unternehmensabkommen im Wert von 6,6 Milliarden Euro, vor allem für Rüstungsgüter.
Russische Eskalation
Eine Drohne traf die Nordbrücke über den Dnipro und verletzte nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen; Merz war rund fünf Kilometer entfernt in der deutschen Botschaft. Wenige Stunden vor seiner Ankunft hatte das russische Außenministerium Ausländer und Diplomaten aufgefordert, Kiew zu verlassen. Das russische Verteidigungsministerium kündigte härtere Schläge gegen Kiew und andere Regionen an und begründete dies mit Selenskyjs Drohungen, weitere Militärobjekte und Rüstungsbetriebe in Russland anzugreifen. Die FAZ vermerkt, dass die Ukraine derzeit nur noch rund 60 Prozent der Drohnen abfängt.