SymbolbildHongkong mahnt Eltern zu pünktlichen Impfungen, nachdem die USA ihren Impfplan kürzen
Ein US-Dekret senkt die von den Bundesbehörden empfohlenen Kinderimpfungen von 17 auf elf Krankheiten und verlängert die Abstände zwischen den Dosen. Hongkongs Gesundheitsbehörde widersprach am Dienstag.
Trump unterzeichnete die Anordnung am Montag, dem 10. August; sie zerlegt zudem die Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln in Einzelimpfungen. Nach Angaben der FAZ werden Impfungen gegen Hepatitis A und B, Covid-19, Rotaviren, Meningokokken, RSV und Influenza, laut South China Morning Post auch gegen Dengue, nicht mehr für alle Kinder empfohlen, sondern nur noch für bestimmte Risikogruppen. Trump sagte, die MMR-Impfung könne tödlich sein, und antwortete auf die Frage eines Journalisten nach Belegen, es gebe keine; er wiederholte die widerlegte Behauptung eines Zusammenhangs zwischen Masernimpfung und Autismus und verwies auf die europäische Praxis. Eltern könnten sich weiterhin für sämtliche Impfungen entscheiden, sagte er.
Hongkong verteidigt sein eigenes Programm
Das Centre for Health Protection erklärte am Dienstag, Gesundheitspolitik müsse auf wissenschaftlicher Evidenz beruhen und Impfpläne dürften ohne verlässliche Daten nicht willkürlich geändert werden; andernfalls drohten irreversible Risiken für Kinder. Das eigene Programm deckt elf Krankheiten von der Geburt bis zur sechsten Grundschulklasse ab.
Was die Datenlage zeigt
Die FAZ weist darauf hin, dass Einzelimpfstoffe in den USA derzeit nicht verfügbar sind und dass die Cochrane Collaboration keine höhere Autismusrate bei gegen Masern geimpften Kindern feststellen konnte.
Andere Meinungen
Die SCMP rückt das Dekret vor allem als Frage für Hongkongs eigenes Programm in den Blick und lässt Trumps Autismus-Behauptung beiseite, auf die sich die FAZ konzentriert.