SymbolbildMeta vor Gericht wegen Suchtwirkung bei Jugendlichen, Tausende Klagen zugelassen
Meta steht am Mittwoch in Oakland vor Gericht: Der Konzern soll Facebook und Instagram so gestaltet haben, dass Minderjährige süchtig werden. Vier US-Bundesstaaten fordern bis zu 1,4 Billionen Dollar.
Die Klage führt Kaliforniens Generalstaatsanwalt, angeschlossen haben sich Colorado, Kentucky und New Jersey. Nach der Auswahl der Geschworenen sollen die Verhandlungen am Dienstag, 18. August, beginnen und sechs Wochen dauern; Höhepunkt dürfte laut Le Monde die Aussage von Mark Zuckerberg sein. Die geforderte Summe liegt nahe am Börsenwert von Meta; der Konzern, der die Vorwürfe zurückweist, nennt eine Strafe dieser Größenordnung beispiellos im Verbraucherschutz.
Berufungsgericht lässt Tausende Klagen zu
Das Berufungsgericht des neunten Bezirks entschied am Montag, 10. August, dass mehr als 3000 Klagen gegen Meta, TikTok, Google und Snap weitergehen können: Section 230 sei eine Verteidigung gegen Haftung, keine Immunität gegen Klagen. Offen ließ das Gericht, ob der Schutz auch die Produktgestaltung erfasst; Metas Antrag, den Prozess in Oakland zu verschieben, wies es zurück.
Sanktion wegen vernichteter Beweise
Am selben Tag sanktionierte Richter P. Casey Pitts Meta, weil der Konzern Beweise in der Klage des australischen Bergbaumagnaten Andrew Forrest über betrügerische Kryptowerbung mit dessen Bild vernichtet hat; er sah grobe Fahrlässigkeit, keine Absicht.
Rechnung in New Mexico wächst
Ein Richter in New Mexico verpflichtete Meta am Donnerstag, 6. August, 567 Millionen Dollar in einen Fonds für die psychische Gesundheit Jugendlicher zu zahlen, zusätzlich zu 375 Millionen Dollar Strafe aus einem Geschworenenurteil vom März.
Andere Meinungen
Breitbart stellt die Verfahren in eine weltweite Welle von Beschränkungen für Minderjährige und zählt in Oakland 29 klagende Bundesstaaten, gegenüber den vier, die Le Monde nennt.