SymbolbildNordkorea feuert ballistische Rakete vor US-südkoreanischem Manöver ab
Nordkorea hat am Mittwoch eine ballistische Rakete in Richtung Japanisches Meer abgefeuert, den zweiten Test binnen einer Woche. Der Start erfolgte fünf Tage vor Beginn eines großen US-südkoreanischen Manövers.
Südkoreas Generalstab erfasste den Start nach eigenen Angaben gegen 6 Uhr Ortszeit im Gebiet von Wonsan; die Rakete flog mehr als 700 Kilometer. Japans Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi bezifferte die Flugstrecke auf rund 690 Kilometer und erklärte, das Geschoss sei außerhalb der japanischen ausschließlichen Wirtschaftszone niedergegangen, Schäden gebe es nicht. Seoul zählte den Start als elften mutmaßlichen ballistischen Raketentest Pjöngjangs in diesem Jahr, nach einer Kurzstreckenrakete aus demselben Gebiet am Donnerstag, 6. August. Ulchi Freedom Shield läuft ab Montag elf Tage mit 18.000 südkoreanischen Soldaten und Teilen des 28.500 Mann starken US-Kontingents; Seoul und Washington nennen die Übung defensiv, Pjöngjang eine Invasionsprobe.
Tokio protestiert über Peking
Koizumi erklärte, Japan habe über seine Botschaft in Peking scharf protestiert und den Start als Bedrohung für Frieden und Sicherheit der Region sowie als Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats bezeichnet.
Warnung von rund 40 Staaten
Die USA und rund 40 weitere Staaten hatten am Dienstag gewarnt, unangekündigte Tests atomwaffenfähiger ballistischer Raketen erhöhten das Risiko von Fehleinschätzungen, berichtet FAZ.
Andere Meinungen
TASS berichtet vor allem über Japans Protest und die Flugdaten, ohne den Manöverkontext, der bei FAZ, Le Monde und Al Jazeera im Zentrum steht.