SymbolbildZahl der Toten nach Erdbeben in Kolumbien über 200, Rettungskräfte graben in Cali
In Westkolumbien bergen Rettungskräfte nach dem Beben der Stärke 7,4 vom Montag weiter Überlebende aus den Trümmern. Zählungen vom Dienstag weisen mehr als 200 Tote aus.
In Cali, wo ein fünfstöckiges Wohnhaus einstürzte, befreiten Rettungskräfte am Mittwoch einen Verschütteten lebend, wie die New York Times berichtete. Der kolumbianische Städteverband zählte nach Angaben von Le Monde mehr als 1600 Verletzte und rund 240 zerstörte Gebäude. Messstationen registrierten seit dem Beben vom Montag, dessen Epizentrum in San José del Palmar im Chocó lag, fast 50 Nachbeben; der kolumbianische geologische Dienst nennt es das stärkste des Landes in diesem Jahrhundert.
Erste Krise des neuen Präsidenten
Präsident Abelardo de la Espriella, drei Tage vor dem Beben vereidigt, rief den Notstand aus, richtete regionale Krisenstäbe ein und kündigte bei einem Besuch in Pereira am Dienstag Wohnbeihilfen an.
Ausgangssperren und Stromausfälle
Calis Bürgermeister Alejandro Eder verhängte eine nächtliche Ausgangssperre und setzte wegen drohender Plünderungen Polizei und Militär ein. Netzbetreiber erklärten, rund 18 Prozent des landesweiten Strombedarfs seien nicht gedeckt worden, sechs Regionalflughäfen wurden geschlossen.
Hilfe aus dem Ausland
Die Vereinigten Staaten boten 15,5 Millionen Dollar an, die Europäische Union aktivierte für die Rettungsarbeiten ihren Satellitendienst Copernicus, wie Le Monde berichtete.
Andere Meinungen
Die Zahlen gehen auseinander: Der Live-Blog des Guardian schloss am Dienstag mit 110 Toten, die FAZ nannte 181, und Le Monde zufolge wurde eine AFP-Bilanz von 241 nach unten korrigiert, nachdem Cali neu gezählt hatte.