SymbolbildRama lehnt Rücktritt ab, Proteste in Albanien halten an
Ministerpräsident Edi Rama weigerte sich am Sonntag zurückzutreten, als die studentisch geprägten Proteste in Albanien den sechsten Tag erreichten. Er sagt, die Unruhen bedrohten den EU-Kurs des Landes, nicht seine Regierung.
In einer Live-Ansprache auf Facebook sagte Rama, "ein Weg wird infrage gestellt, eine Mission wird infrage gestellt", und fragte die Albaner, ob sie die EU wollten. Er lud die Studierenden zum Dialog ein. Am Sonntag versammelten sich Tausende vor dem Bildungsministerium und warfen Steine auf Bereitschaftspolizisten, die laut Jerusalem Post mit Tränengas, Wasserwerfern und Gummigeschossen antworteten. Die Polizei teilte mit, 388 Menschen seien strafrechtlich angeklagt worden.
Brände und Verletzte
Das kosovarische Medium Koha berichtet in Schlagzeilen, Demonstranten hätten das Polizeikommissariat Nr. 3 in Brand gesetzt, auch das Innenministerium habe gebrannt. Zudem meldet es 28 Verletzte am Sonntag, darunter 19 Polizisten, nach 65 Verletzten am Samstag, darunter 37 Polizisten.
Vorwurf der fremden Hand
Rama machte nicht näher benannte ausländische Interessen für die Proteste und für einen angeblichen Drohnenangriffsversuch auf sein Büro in dieser Woche verantwortlich. Die US-Botschaft rief die Demonstranten zum Gewaltverzicht auf, und laut Koha verurteilte die Europäische Kommission die Gewalt.
Ursachen der Unruhen
Die Demonstrationen speisen sich aus Wut über vermeintliche Korruption, fehlende Arbeitsplätze und schlechte Bildung. Laut Jerusalem Post folgen sie auf monatelange, überwiegend friedliche Sommerproteste gegen ein von Jared Kushner unterstütztes Küstenprojekt.