SymbolbildUSA und Saudi-Arabien unterzeichnen ziviles Atomabkommen
Washington und Riad haben ein Abkommen über ein ziviles Nuklearprogramm unterzeichnet; US-Firmen dürfen in saudische Atomkraftwerke investieren. Die Regierung nennt es historisch, veröffentlichte aber kaum Details. Kritiker warnen, das Abkommen könnte den Weg zu saudischen Atomwaffen ebnen.
Die Energieminister beider Länder, der US-Amerikaner Wright und der Saudi Abdulaziz bin Salman, unterzeichneten in Washington ein Abkommen, das US-Unternehmen den Einstieg in ein saudisches Programm für zivile Kernkraft ermöglicht. Die US-Regierung spricht laut Haaretz (Israel) von einer "historischen" Kooperation und laut Guardian von einem Deal, der dem Königreich womöglich sogar die Urananreicherung erlauben könnte. Deutsche Blätter beleuchten die Risiken unterschiedlich: Die konservative Welt titelt, das Königreich könne zur Nuklearmacht werden, die liberale Zeit nennt es eine "Bombe im Business-Gewand" und verweist auf den Widerspruch, dass Trump zugleich Irans Nuklearanlagen zerstören will. Le Figaro (Frankreich) hebt hervor, dass Israel dem Abkommen mit großem Unbehagen begegnet. Staatsnahe Quellen wie Daily Sabah (Türkei) referieren vor allem die offizielle Lesart einer rein zivilen Nutzung. Kritisch bleibt, dass die Regierung kaum Details zu Sicherungsmaßnahmen veröffentlichte, was die Einordnung erschwert. Als gesichert gilt, dass das Abkommen unterzeichnet ist und in den USA parlamentarische Prüfungen nach sich ziehen dürfte.
- Wahrscheinlich55%
Das Abkommen geht mit Auflagen in die Kongressprüfung, wo es auf parteiübergreifenden Widerstand trifft, während erste Investitionen anlaufen.
- Schlimmstenfalls20%
Der Verzicht auf strenge Kontrollen löst ein regionales nukleares Wettrüsten aus, auch Israel und der Iran reagieren.
- Bestenfalls25%
Der Kongress erzwingt strikte Schutzklauseln, die eine militärische Nutzung wirksam verhindern.