Donnerstag, 16. Juli 2026 · WirtschaftChinas E-Auto-Offensive setzt westliche Hersteller unter Druck
Chinesische Elektroauto-Konzerne wie BYD drängen mit Tempo auf die Weltmärkte und setzen westliche Hersteller unter Druck; die USA halten BYD bislang außen vor. In Deutschland zeigt sich die Schwäche daran, dass die E-Auto-Prämie vor allem Tesla und chinesischen Marken nützt, während VW zurückfällt.
Ein Kommentar von Politico beschreibt Chinas E-Auto-Konzerne als „Piratenschiff“, das auf die westlichen Autobauer zusteuert: Nur die USA hätten Marktführer BYD bislang ferngehalten, doch das werde nicht gut ausgehen, solange sich der Westen nicht zusammenschließe. Die Berliner Zeitung zeigt die Kehrseite in Deutschland: Die neue E-Auto-Prämie sollte VW und Co. stärken, doch profitieren bislang vor allem Tesla und chinesische Marken, weil deutsche Elektroautos seltener gekauft werden. Die liberale europäische und die unabhängige deutsche Sicht ergänzen sich, betonen aber unterschiedliche Aspekte, den strategischen Handlungsdruck des Westens einerseits, die konkrete Verbraucherentscheidung andererseits. Chinesische Perspektiven fehlen in diesen beiden Quellen, was die Darstellung einseitig westlich hält. Hintergrund ist der rasante Aufstieg von BYD, das 2025 rund 4,6 Millionen Fahrzeuge verkaufte, und die EU-Zusatzzölle auf in China gebaute E-Autos. Ob Zölle und Subventionen die europäischen Hersteller schützen oder nur den Rückstand kaschieren, bleibt umstritten.
Politico Europe · Berliner Zeitung
Sonntag, 12. Juli 2026 · WirtschaftVW-Chef Blume sucht Alternativen zu Werkschließungen
VW-Chef Blume sucht Alternativen zu Werkschließungen
VW-Konzernchef Oliver Blume erklärte, es gebe intelligentere Lösungen als Werkschließungen, um Kosten zu senken. Betriebsrat und Gewerkschaft bereiten dennoch die nächste Eskalationsstufe vor.
Im Ringen um Zehntausende Arbeitsplätze bei Volkswagen signalisierte Konzernchef Oliver Blume am Wochenende, er wolle Werkschließungen vermeiden. Gegenüber der Bild am Sonntag sagte er, es gebe intelligentere Lösungen, ohne diese zu konkretisieren, wie Welt und Daily Sabah berichteten. Die Süddeutsche Zeitung beschreibt, dass es öffentlich einsam um Blume werde und Betriebsrat wie Gewerkschaft angesichts vager Andeutungen bereits die nächste Eskalationsstufe vorbereiten. Daily Sabah ordnet den Fall in eine breitere deutsche Autokrise ein, unter der auch junge Ingenieure leiden, die trotz zahlreicher Bewerbungen keine Stelle finden. Die Lager stehen sich gegenüber: Das Management betont Flexibilität und Alternativen, die Arbeitnehmerseite misstraut den unklaren Sparplänen und rüstet sich für Konflikt.
Die Welt · Süddeutsche Zeitung · Daily Sabah
Prognose · Einschätzung
●Wahrscheinlich55%
VW und die Arbeitnehmervertretung ringen sich zu einem Kompromiss aus Kurzarbeit, Abfindungen und Investitionszusagen durch, ohne komplette Werkschließungen, aber mit Stellenabbau.
▲Schlimmstenfalls20%
Die Gespräche scheitern, es kommt zu Streiks und doch zu Werkschließungen, die die deutsche Autokrise und die regionale Wirtschaft weiter verschärfen.
▼Bestenfalls25%
Blume legt ein tragfähiges Umbaukonzept vor, das Standorte sichert, die Kosten senkt und den Konflikt mit der Belegschaft entschärft.