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Erzählfaden · 6 Ereignisse

USA

Symbolbild

Donald Trump trat am 20. Januar 2025 seine zweite Amtszeit als US-Präsident an und erließ in den ersten hundert Tagen eine Rekordzahl an Executive Orders, mit denen er unter anderem die Migrationspolitik verschärfte und die Zollpolitik neu ausrichtete. Innenpolitisch gilt das Justizministerium seither als stärker auf ihn persönlich ausgerichtet, während die Einwanderungsbehörde ICE massiv ausgebaut wurde. Außenpolitisch näherte sich Trump in seiner Haltung zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine Positionen Moskaus an und belastete das Verhältnis zu traditionellen Verbündeten durch Sonderzölle, Forderungen nach höheren Verteidigungsausgaben und den Vorstoß, Grönland von Dänemark zu erwerben. Stand Mitte Juli 2026 gelten die Kongresswahlen im November als wichtiger Stimmungstest für seine Regierung.

ZDFheuteWikipediaIPG Journal

Verlauf im Detail

Donnerstag, 16. Juli 2026Wirtschaft

Trump kündigt neue Zölle gegen Brasilien an

Die US-Regierung will Zölle von 25 Prozent auf bestimmte Importe aus Brasilien erheben und begründet das mit angeblich unfairen Handelspraktiken. Die neuen Abgaben ersetzen frühere Zölle, die der Supreme Court kassiert hatte. Ähnliche Ermittlungen laufen laut Berichten auch gegen Deutschland.

Die Trump-Regierung hat neue Zölle von 25 Prozent auf eine Reihe brasilianischer Produkte angekündigt und wirft Brasilien unfaire Handelspraktiken vor. Die New York Times ordnet den Schritt so ein, dass die neuen Abgaben frühere Zölle ersetzen, die der Oberste Gerichtshof zuvor für unzulässig erklärt hatte, Washington also einen neuen rechtlichen Weg sucht. Das Handelsblatt berichtet, dass ähnliche Ermittlungen auch gegen Deutschland laufen, und rahmt die Maßnahme als Teil einer breiteren protektionistischen Linie. Die linksliberale NYT betont die juristische Vorgeschichte und den politischen Konflikt mit Brasilien, die wirtschaftsliberale deutsche Sicht die Gefahr für europäische Exporteure. Brasilianische Reaktionen sind in den vorliegenden Meldungen noch nicht ausführlich abgebildet, sodass die Gegenperspektive vorerst dünn bleibt. Der Vorstoß fügt sich in Trumps anhaltenden Handelskonflikt mit zahlreichen Partnern ein, dessen konkrete Ausgestaltung immer wieder von Gerichten und Verhandlungen abhängt.

New York TimesHandelsblatt

Donnerstag, 16. Juli 2026GeopolitikEpstein-Akten: Vance räumt ein, die Regierung habe die Freigabe „komplett vermasselt“

Epstein-Akten: Vance räumt ein, die Regierung habe die Freigabe „komplett vermasselt“

US-Vizepräsident J.D. Vance hat im Podcast von Joe Rogan eingeräumt, seine Regierung habe die Freigabe der Epstein-Akten „absolut vermasselt“, und vor allem die frühere Justizministerin Pam Bondi verantwortlich gemacht. Zugleich verweigerte das Justizministerium dem Bundesstaat New Mexico Akten für dessen Ermittlungen. Der Streit um zurückgehaltene Dokumente setzt Trumps Lager weiter unter Druck.

Vizepräsident J.D. Vance sagte dem Podcaster Joe Rogan, die Trump-Regierung habe die Kommunikation rund um die Epstein-Akten „komplett vermasselt“ und hätte von Anfang an alle Dokumente veröffentlichen sollen; die frühere Justizministerin Pam Bondi habe „überzeichnet, was wir hatten“. Politico und der Guardian werten das als seltenes Eingeständnis aus der Regierungsspitze, das den anhaltenden Unmut auch bei Trumps eigener Basis widerspiegelt. Al Jazeera berichtet zeitgleich, das US-Justizministerium verweigere dem Bundesstaat New Mexico Akten, die dieser für seine strafrechtlichen Ermittlungen zu mutmaßlichem Missbrauch auf Epsteins Ranch für entscheidend hält. Die konservative Welt betont Vances Schuldzuweisung an Bondi, während linksliberale Blätter den grundsätzlichen Vorwurf der Intransparenz in den Vordergrund rücken. Der Streit reicht zurück bis zu Bondis Andeutung einer Kundenliste Anfang 2025 und einem umstrittenen Memo, wonach es weder eine solche Liste noch Belege für Erpressung gebe. Wie viel tatsächlich zurückgehalten wird, bleibt zwischen den Lagern umstritten.

PoliticoThe GuardianDie WeltAl Jazeera

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich55%

    Der Druck hält an, die Regierung gibt schrittweise weitere, teils geschwärzte Dokumente frei, ohne dass eine belastende Kundenliste öffentlich wird.

  • Schlimmstenfalls20%

    Neue Enthüllungen oder Gerichtsverfahren belasten hochrangige Personen und verschärfen die Krise für Trumps Regierung erheblich.

  • Bestenfalls25%

    Eine umfassende, transparente Freigabe entzieht den Vorwürfen die Grundlage und beruhigt die Debatte.

Mittwoch, 15. Juli 2026GeopolitikTote bei ICE-Einsätzen: Mexiko schaltet die UNO ein, Kontrollen ausgesetzt

Tote bei ICE-Einsätzen: Mexiko schaltet die UNO ein, Kontrollen ausgesetzt

Innerhalb einer Woche starben mehrere Menschen bei Einsätzen der US-Einwanderungsbehörde ICE, zuletzt ein 26-jähriger Kolumbianer in Maine und ein Mann in Florida. ICE setzte daraufhin „mit sofortiger Wirkung“ die meisten Fahrzeugkontrollen aus; Mexiko schaltete den UN-Menschenrechtskommissar ein.

Über die Fakten berichten die Lager übereinstimmend: zwei tödliche Vorfälle binnen einer Woche, dazu ein weiterer Toter in Florida, der auf der Flucht vor ICE-Agenten von einem Sattelzug erfasst wurde. Die konservative Welt rahmt die Aussetzung der Kontrollen als von einer republikanischen Senatorin durchgesetzte Vorsichtsmaßnahme, während die linksliberale Süddeutsche und Le Monde den Fokus auf die Opfer und den „neuen Befehl“ an die ICE-Beamten legen, vorläufig auf Autokontrollen zu verzichten. Der Deutschlandfunk und die Nachrichtenagentur AP betonen die diplomatische Dimension: Mexiko bittet US-Generalstaatsanwälte um Ermittlungen und trägt die Todesfälle an UN-Hochkommissar Türk heran. Das katarische Al Jazeera identifiziert das jüngste Todesopfer als kolumbianischen Familienvater und personalisiert damit die Kritik an der Einsatzpraxis. Umstritten bleibt, ob es sich um bedauerliche Einzelfälle einer harten, aber legitimen Migrationsdurchsetzung handelt, so die Lesart der Regierung und ihrer Unterstützer, oder um ein strukturelles Gewaltproblem, das internationale Aufsicht erfordert.

Die WeltSüddeutsche ZeitungLe MondeAssociated PressAl Jazeera

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich60%

    Proteste und diplomatischer Druck aus Mexiko und Kolumbien halten an, ohne dass die USA ihre Einsatzpraxis grundlegend ändern.

  • Schlimmstenfalls20%

    Weitere tödliche Einsätze eskalieren die Spannungen mit den Herkunftsländern zu einer breiteren diplomatischen Krise.

  • Bestenfalls20%

    Der öffentliche Druck erzwingt eine dauerhafte Überprüfung der ICE-Einsatzregeln und unabhängige Ermittlungen.

Montag, 13. Juli 2026GeopolitikZweiter Toter bei ICE-Einsatz: Mexiko fordert Strafverfahren in den USA

Zweiter Toter bei ICE-Einsatz: Mexiko fordert Strafverfahren in den USA

Bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE in Maine wurde ein 26-jähriger Kolumbianer erschossen, der zweite tödliche Vorfall binnen einer Woche. Mexikos Präsidentin Sheinbaum kündigte an, in den USA formell Strafverfahren zum Tod mexikanischer Bürger zu beantragen. Die Fälle verschärfen die Kritik an Trumps harter Migrationspolitik.

Le Monde und die BBC berichten, Joan Sebastian Guerrero, ein 26-jähriger Kolumbianer, sei am Montag in Biddeford in Maine von einem ICE-Agenten in seinem Auto erschossen worden, offenbar nach einer Verwechslung. Es ist der zweite Tote binnen einer Woche, nachdem zuvor in Houston ein Migrant getötet wurde. Al Jazeera meldet, Mexikos Präsidentin Sheinbaum wolle in US-Gerichten formell Strafverfahren wegen der Tode mexikanischer Staatsbürger bei Einwanderungseinsätzen beantragen. Die konservative Welt berichtet nüchtern über den Vorfall, während linksliberale Quellen (Le Monde, SZ) die Eskalation der ICE-Gewalt betonen. Die Perspektive der US-Regierung bleibt in der Auswahl dünn.

Le MondeBBC NewsAl JazeeraDie Welt

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich60%

    Die Vorfälle lösen Proteste und diplomatische Beschwerden aus, ohne dass die USA ihre Einsatzpraxis grundlegend ändern.

  • Schlimmstenfalls20%

    Weitere tödliche Einsätze eskalieren die Spannungen mit Mexiko und Kolumbien und führen zu einer breiteren diplomatischen Krise.

  • Bestenfalls20%

    Der öffentliche Druck erzwingt eine Überprüfung der ICE-Einsatzregeln und unabhängige Ermittlungen.

Montag, 13. Juli 2026GeopolitikUSA starten Kampagne gegen den Internationalen Strafgerichtshof

USA starten Kampagne gegen den Internationalen Strafgerichtshof

Die US-Regierung geht mit einer Kampagne gegen den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag vor. Außenminister Rubio wirft dem Tribunal vor, sich in US-Militär- und Strafverfolgungsangelegenheiten einzumischen. Das Außenministerium will keine diplomatischen Optionen ausschließen.

Das Handelsblatt berichtet, das US-Außenministerium prüfe offen Druckmittel gegen den IStGH und wolle keine diplomatischen Optionen ausschließen. Der Guardian (linksliberal) zeichnet Rubios Vorstoß als Versuch, das globale Tribunal zu "zerschlagen", weil es angeblich in US-Militär- und Strafverfolgungsoperationen eingreife. Der Schritt fügt sich in Trumps breiteren Konflikt mit internationalen Institutionen und in seinen Druck auf die Presse (NYT-Subpoenas) ein. Kritiker sehen darin einen Angriff auf die regelbasierte Ordnung; Befürworter im Trump-Lager werten den IStGH als Bedrohung der US-Souveränität. Die Quellenlage ist überwiegend kritisch gegenüber Washington.

HandelsblattThe Guardian

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich60%

    Washington verhängt gezielte Sanktionen gegen IStGH-Vertreter, das Gericht arbeitet unter Druck weiter, ohne dass sich Verbündete klar positionieren.

  • Schlimmstenfalls20%

    Die Kampagne lähmt den IStGH und ermutigt weitere Staaten zum Austritt, was die internationale Strafjustiz nachhaltig schwächt.

  • Bestenfalls20%

    Europäische Staaten stellen sich demonstrativ hinter das Gericht und begrenzen die Wirkung des US-Drucks.

Montag, 13. Juli 2026GeopolitikNach Tod von Lindsey Graham: Schwester rückt in den Senat nach

Nach Tod von Lindsey Graham: Schwester rückt in den Senat nach

Nach dem plötzlichen Tod des republikanischen Senators Lindsey Graham übernimmt seine Schwester Darline Graham Nordone dessen Sitz bis zum Ende der Amtszeit. Trump wies Spekulationen über eine russische Verwicklung in Grahams Tod zurück. Der Fall befeuert die Debatte über das Alter und die Gesundheitstransparenz von US-Politikern.

Die Süddeutsche Zeitung meldet, Darline Graham Nordone übernehme den Sitz ihres verstorbenen Bruders bis zum Ende der Amtsperiode. Die AP nutzt den Fall für eine Debatte über alternde Spitzenpolitiker und mangelnde Gesundheitstransparenz. Die russlandnahe Politika hebt hervor, Trump habe Verdächtigungen einer russischen Beteiligung am Tod des prominenten Russland-Gegners ausdrücklich zurückgewiesen. Politico Europe beleuchtet die außenpolitische Lücke, die Graham als lautstarker Befürworter von Iran-Angriffen und enger Israel-Verbündeter in Washington hinterlässt. Die Quellen decken US-, deutsche und russlandnahe Perspektiven ab.

Süddeutsche ZeitungAssociated PressPolitico EuropePolitika

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich65%

    Nordone hält den Sitz überbrückend, die Debatte um Alter und Gesundheit der Politiker flaut ohne Konsequenzen wieder ab.

  • Schlimmstenfalls10%

    Neue Enthüllungen zu den Todesumständen verschärfen Verschwörungsspekulationen und belasten das ohnehin angespannte US-russische Verhältnis.

  • Bestenfalls25%

    Der Fall führt zu einer ernsthaften parteiübergreifenden Debatte über Amtszeitgrenzen und Gesundheitstransparenz.