SymbolbildSpanien kontrolliert Ankünfte aus Italien, während Ceuta-Streit den Schengen-Raum spaltet
Spanien begann am Samstag mit Stichprobenkontrollen bei Luft- und Seereisenden aus Italien – als Antwort auf Roms Kontrollen, die nach dem Massenübertritt nach Ceuta eingeführt wurden. Italien hat Madrids Ultimatum zu deren Aufhebung zurückgewiesen.
Was passiert ist
- Italien setzte Schengen für Drittstaatsangehörige, die aus Spanien einreisen, am 1. August aus und will dies mindestens bis zum 15. August beibehalten.
- Spaniens Kontrollen an Häfen und Flughäfen laufen bis zum 7. September und überprüfen Identität, Staatsangehörigkeit, Visa und Aufenthaltstitel.
- Am 30. und 31. Juli überquerten etwa 72.000 Menschen von Marokko aus die Grenze nach Ceuta; die meisten kehrten später zurück.
- Die Opferzahlen weichen voneinander ab: mindestens 77 (Le Monde), mehr als 80 (AP), ertrunken oder an einer Wellenbrecheranlage zu Tode getrampelt.
- Spanien entsandte nach neuen Aufrufen im Internet zum Grenzübertritt rund 2.000 Soldaten und 300 Bereitschaftspolizisten nach Ceuta.
Der Blick von außen
Die FAZ berichtet, dass viele in Ceuta Marokko, die Vereinigten Staaten und Israel verantwortlich machen und den Ansturm auf Gerüchte in sozialen Medien über ein Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs zu Abschiebungen zurückführen; ein Korrespondent eines deutschen öffentlich-rechtlichen Senders geriet in die Kritik, weil er diese Theorie verstärkt hatte. Telesur betont die Debatte über militarisierte Migrationskontrolle sowie Warnungen von Menschenrechtsgruppen, wonach Abschreckung die Gefahr für die Übertretenden erhöhe.
Mögliche Folgen
- Ob Rom seine Kontrollen nach dem 15. August aufhebt, ist offen; Meloni wies Madrids Frist vom 9. August zurück.
- EU-Kommissar Brunner erklärt, beide Innenminister hätten die Kontrollen als vorübergehend bezeichnet; ein Durchgreifen der Kommission wurde nicht angekündigt.
- Spanien erklärt, seine Truppen blieben bis auf Weiteres in Ceuta, bis neue Anweisungen des Innenministeriums vorliegen.
- Beiträge, die den 15. August nennen und auf Fnideq zurückgeführt werden, deuten auf einen weiteren Grenzübertrittsversuch hin; eine Beteiligung ist nicht bestätigt.
Spain: Madrid calls Italy's controls inequitable, contrary to EU interests and discriminatory against Spaniards, and mirrors them citing migration pressure on the central Mediterranean route.
Italy: Meloni says she will not bow to any ultimatum and criticises Sánchez's migration policy, including the residency amnesty for which over a million people applied.
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