SymbolbildKühlräume der französischen Blutbank gehackt, Ahold Delhaize beziffert Angriffsschaden
Hacker haben sich an Kühlräumen des französischen Blutspendedienstes zu schaffen gemacht; Produkte blieben nach Angaben des Dienstes unversehrt. Ahold Delhaize senkte nach dem eigenen Hackerangriff die Gewinnprognose.
Der französische Blutspendedienst EFS bestätigte am Mittwoch, 4. November, dass Hacker in der Nacht zu Montag an drei Standorten Temperatur- und Abtauschwellen auf „sehr hohe Werte“ gesetzt haben, und zwar in Kühlräumen, die von Dienstleistern betrieben werden. Le Canard Enchaîné berichtete von einem Anstieg von minus 30 auf plus 110 Grad und nannte die Firma Coolworld, die erklärt, über eine Verwaltungssoftware eines Drittanbieters sei nur eine begrenzte Zahl ihrer Geräte betroffen gewesen. Laut EFS erlaubten die Alarmsysteme den Technikern ein rechtzeitiges Eingreifen, sodass keine Produkte beeinträchtigt wurden; einige Bestände kamen an andere Standorte. Die Cybersicherheitsbehörde ANSSI und das Gesundheitsministerium wurden informiert.
Ahold Delhaize senkt Ausblick
Der niederländische Konzern rechnet im vierten Quartal mit einem Verlust von 200 bis 250 Millionen Euro Umsatz und 75 bis 100 Millionen Euro operativem Gewinn. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll nun niedrig einstellig statt mittel bis hoch einstellig wachsen, berichtet die FAZ. Der Oktober-Angriff hatte die Filialen von Albert Heijn landesweit gestört.
EU sucht gemeinsame Antwort, Täter unklar
EU-Sprecher Thomas Regnier nannte die Vorfälle „keine Einzelfälle“ und wollte keine Verantwortlichen benennen; mindestens 11 Länder sind betroffen. Dan Cimpean, Chef der rumänischen Cybersicherheitsbehörde, hält die Angriffe für „semi-amateurhaft“ und schließt einen staatlichen Akteur aus, während manche Behörden staatlich gelenkte hybride Angriffe befürchten, berichtet der Guardian.
Italien mahnt Blutbanken zur Wachsamkeit
Italiens nationales Blutzentrum forderte die Transfusionsdienste nach dem französischen Angriff zu verstärkten Temperaturkontrollen auf, berichtet Politika.