SymbolbildBinance schildert monatelange Hack-Kampagne, Nordkorea bestreitet Beteiligung
Binance zufolge ging dem Rekord-Diebstahl von 6,3 Milliarden Dollar monatelang manipulierte Software und gefälschte Vorstellungsgespräche voraus. Nordkorea weist die Zuschreibung des FBI zurück.
In seinem Bericht vom Dienstag teilte Binance mit, ein Mitarbeiter des Wallet-Entwicklerteams habe im Juni ein manipuliertes Programm heruntergeladen. Im September wurde ein stellensuchender Ingenieur in ein Gespräch mit dem angeblichen Geschäftsführer einer fiktiven Firma gelockt und lud ein bösartiges Code-Repository herunter. Am 20. Oktober übernahm der Angreifer mit diesem Rechner und einem internen KI-Werkzeug die Systeme zweier Wallet-Entwickler. Am Donnerstag, dem 29. Oktober, verschob ein schädliches Skript binnen vier Minuten 233,46 Millionen XRP aus fünf Hot Wallets, und weitere Abflüsse liefen fast vier Stunden nach dem ersten Diebstahl weiter.
Pjöngjang weist FBI-Vorwurf zurück
Das FBI machte am Samstag Nordkorea verantwortlich; laut Folha de S.Paulo nannte es die Gruppe TraderTraitor. Kim Yo-jong, die Schwester von Kim Jong-un, nannte den Vorwurf über die Staatsagentur KCNA „absurde Rhetorik“. Die Financial Times berichtet, die Geldwäsche der erbeuteten Gelder werde voraussichtlich Monate dauern.
Abflüsse und Erholung
Binance zufolge wurden 2,85 der 6,34 Milliarden Dollar eingefroren oder abgefangen, und betroffene Kunden würden entschädigt. Nach Unternehmensangaben beliefen sich die Nettoabflüsse bis Montagmorgen auf 4,7 Milliarden Dollar, im Rahmen der Erwartungen, die Einzahlungen steigen wieder. Bloomberg berichtet, Binance verliere Marktanteile an Konkurrenten.