SymbolbildKühltruhen-Hacks erreichen Deutschland, Großbritannien und Griechenland nach Angriffswelle in Europa
Hacker haben ab Montag in über zehn europäischen Ländern aus der Ferne Kühltruhen von Supermärkten und Lebensmittelzulieferern überhitzt. Nun melden auch Deutschland, Großbritannien und Griechenland Fälle.
Händler in Belgien, Estland, Finnland, Irland, Luxemburg, den Niederlanden und Schweden meldeten am Montag, 2. November, überhitzte Geräte, einige erreichten laut Guardian 50 Grad. Italien und Portugal folgten, berichtet die FAZ, und TASS beziffert den vorläufigen Schaden auf einen zweistelligen Millionenbetrag in Euro. EU-Agrarkommissar Christophe Hansen nannte die Angriffe einen gezielten Versuch, die Lebensmittelversorgung der Union zu stören, betonte aber, die Ernährungssicherheit sei nicht gefährdet. Die Welle folgt auf die Angriffe in Frankreich im Oktober, bei denen laut Guardian veraltete, am Netz hängende Geräte mit Standardpasswörtern ausgenutzt wurden.
Deutschland: Rewe-, CAP- und Edeka-Märkte betroffen
Eine Rewe-Sprecherin sagte, in einem selbstständig geführten Markt in Raesfeld sei die Kühlung im Zusammenhang mit einem Angriff auf den Systemanbieter Danfoss ausgefallen; Lebensmittel seien entsorgt worden, seit Montagnachmittag laufe die Kühlung wieder. Der WDR berichtete von einem manipulierten CAP-Markt in Wuppertal, der BR von einer Edeka-Filiale in Reisbach, die aufgetaute Ware wegwerfen musste.
Großbritannien: Fleischlieferanten betroffen, Täter unbekannt
Paul Chichester vom NCSC sagte, die nationalen Auswirkungen seien minimal. Die British Association of Independent Meat Suppliers erklärte, einige ihrer mehr als 300 Mitglieder seien als "Kollateral" getroffen worden; Fleisch sei nicht verloren gegangen, da die betroffenen Geräte leer waren. NCSC-Chef Richard Horne nannte es die "Vorberge" einer größeren Bedrohung und sagte zum Täter: "Es könnten Staaten sein. Es könnten Kriminelle sein."
Griechenland: Athener Fleischer verliert Kontrolle über Geräte
Der Fleischer Giorgos Boumbas aus Kifisia in Athen sagte laut Politika dem Sender Sky, seine Geräte seien auf 50 Grad gestellt gewesen und er habe nach etwa drei Stunden die Kontrolle zurückerlangt. Politika ergänzt unter Berufung auf Bild, Danfoss habe erklärt, die meisten betroffenen Systeme erhielten keine Sicherheitsupdates mehr.
Andere Meinungen
Der Guardian zitiert Experten, wonach online platzierte Köderkontrollen für Kühlgeräte Merkmale zeigten, die Operationen mit Russland-Bezug ähneln. TASS berichtet über die Welle, ohne eine Zuschreibung zu erwähnen.