SymbolbildTech-Aktien fallen, nachdem Blackstone ein Junk-Rating für Anthropic andeutet
Blackstone hat Investoren mitgeteilt, dass Anthropic nach dem Börsengang möglicherweise nur ein „hohes“ Junk-Rating erhält, berichtet die Financial Times. US-Technologieaktien gaben am Freitag deutlich nach.
Blackstone, Ankerinvestor der 63 Mrd. Dollar schweren Chip-Finanzierung „Project North Star“ von Anthropic, rechnet nun mit einem Rating im Bereich Doppel-B oder darüber, sagten mit der Sache vertraute Personen der FT. Das widerruft die frühere Prognose eines Investment-Grade-Ratings noch vor Jahresende. Ein Junk-Rating würde den Kreis möglicher Geldgeber verkleinern, da viele Versicherer und Pensionsfonds keine großen Positionen in Schuldnern mit Junk-Rating halten dürfen; Anthropic könnte deshalb weiter auf hoch bewertete Zulieferer angewiesen bleiben. Der Nasdaq 100 schloss am Freitag 3,5 Prozent tiefer, nachdem Zahlen von Amazon und Intel die Sorgen um den KI-Boom bereits verstärkt hatten. Anthropic hatte den Börsengang am Montag, 26. Oktober, beantragt.
Lücken im Börsenprospekt
Laut FT lässt der Prospekt die Umsatz-Run-Rate für Oktober und die Gesamtsumme künftiger Rechenkapazitätszusagen offen; offengelegte Verträge übersteigen 650 Mrd. Dollar, manche Schätzungen liegen nahe 1 Billion. Der Analyst Henry Blodget errechnete, dass das monatliche Umsatzwachstum von 88 Prozent im Februar auf 4 Prozent im September sank; 83 Prozent des Umsatzes im ersten Halbjahr stammten aus verbrauchsabhängiger Nutzung.
Bewertungshinweis relativiert
FT Alphaville hielt zunächst eine Bewertung von 1,2 Billionen Dollar aus den Aktienzahlen des Prospekts für ableitbar, stellte aber fest, dass die jüngste implizite Bewertung bei rund 1 Billion liegt, im Einklang mit früheren Berichten. Anthropic lehnte eine Stellungnahme ab.