SymbolbildProteste um Preise und Zukunftsperspektiven erreichen Italien und Deutschland nach den Unruhen in Frankreich
In Italien gingen am Freitag während eines Gewerkschafts-Streiktags Hunderttausende auf die Straße. In Deutschland folgen am Samstag die Kundgebungen von „Gen Z regelt“.
Die Gewerkschaft USB rief für Freitag, den 30. Oktober, zu einem landesweiten Protesttag mit Kundgebungen in mehr als 50 Städten auf. Das Handelsblatt zitiert unabhängige Schätzungen von mehr als 200.000 Teilnehmern, jeweils rund 50.000 in Rom und Bologna; die USB sprach von über einer Million, was die Behörden nicht bestätigten. Die Demonstranten machten die Koalition von Giorgia Meloni für Inflation (in diesem Monat vorläufig 5,4 Prozent), niedrige Löhne und Rüstungsausgaben verantwortlich. Verkehrsminister Matteo Salvini hatte Streiks im Verkehr vor Allerheiligen verboten, weshalb laut Handelsblatt von einem Generalstreik keine Rede sein konnte. Am Kolosseum flogen Molotowcocktails, in Turin kam es zu Rangeleien.
Deutschland rüstet sich für Samstag
„Gen Z regelt“ rechnet mit mehr als 160.000 Teilnehmern in 34 Städten, berichtet die FAZ. Douglas hält zwölf Filialen geschlossen. Die einzige im Impressum genannte Person, die den Namen Akram Selo angibt, sagt, die Gruppe betreue selbst nur vier der Demonstrationen.
Warnungen und Dialogangebot
Das BKA sieht keine Anzeichen für Gewalt wie in Frankreich, doch der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz sagt, auch Akteure aus dem linksextremistischen Spektrum mobilisierten. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) rief zu Gewaltfreiheit auf und bot einen Dialog an.