SymbolbildJordanien greift Süden Syriens nach Kirchenanschlag an, Damaskus protestiert
Jordanien sagt, seine Luftangriffe in Südsyrien am Montagabend hätten mehr als 20 Kämpfer des Islamischen Staates getötet. Syrien verurteilt sie als inakzeptable Verletzung und sagt, Zivilisten seien gestorben.
Jordaniens Luftwaffe griff am späten Montag, dem 26. Oktober, nach eigenen Angaben Verstecke terroristischer Organisationen an, als Vergeltung für den Anschlag auf eine griechisch-orthodoxe Kirche in Hammoud (Karak) am Freitag, bei dem neun Menschen starben. Regierungssprecher Mohammad al-Momani sagte, getroffen worden seien Stellungen des Islamischen Staates, ein großes Waffenlager sei zerstört worden; er berief sich auf Erkenntnisse vor Ort über geplante Anschläge. Die Armee erklärte, die angegriffenen Gruppen hätten Verbindungen zu den Kirchenangreifern. Jordanien hatte am selben Tag drei Verdächtige festgenommen, zwei Brüder und deren Schwager, die laut Sicherheitsdirektor Maaytah der takfiristischen Ideologie anhängen.
Tote Zivilisten
Syriens Zivilschutz meldet sieben Tote in den Provinzen Daraa und Suwaida, darunter fünf Angehörige einer Familie, drei davon Kinder, bei einem Angriff auf ein Zelt. Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte zählte mindestens acht Tote und sagte, die Zahl könne steigen. Al-Momani sagte, Jordanien bedauere die zivilen Opfer und meide Ziele, an denen sich Zivilisten aufhielten.
Streit über Abstimmung
Jordaniens Armee sagt, sie habe in Abstimmung mit Damaskus gehandelt; Damaskus bestreitet das und nennt die Angriffe eine inakzeptable Verletzung seiner Souveränität. Syrien schloss den wichtigsten Grenzübergang zu Jordanien, beide Seiten wollen einen gemeinsamen Ausschuss für die Folgen bilden.
Andere Meinungen
Die Jerusalem Post berichtet über den Kirchenanschlag und die Reaktion des griechisch-orthodoxen Patriarchen, nicht über die Angriffe und ihre zivilen Opfer.