SymbolbildEbola-Fälle im Kongo übersteigen 10.000, Nachbarn verschärfen Quarantäne
Im Kongo sind laut Regierungsdaten am Dienstag 10.060 bestätigte Ebola-Fälle und 4.887 Todesfälle erfasst worden. Es ist der am schnellsten wachsende und tödlichste Ausbruch in der Geschichte des Landes.
Der am 15. Mai ausgerufene Ausbruch, verursacht durch das Bundibugyo-Virus, hat 66 Gesundheitszonen in acht Provinzen erreicht, zu Beginn waren es drei. Rund 80 Prozent der neuen Fälle treten außerhalb überwachter Übertragungsketten auf, während die Africa CDC erklärt, mindestens 95 Prozent müssten auf bekannte Kontakte zurückgehen, damit ein Ausbruch als unter Kontrolle gilt. Es gibt weder zugelassenen Impfstoff noch zugelassene Behandlung, doch die WHO gab am Freitag den Beginn einer ersten Impfstoffstudie bekannt. Mehr als 2.600 Menschen seien genesen, sagte der WHO-Regionaldirektor für Afrika, Mohammed Janabi.
Angriffe auf Gesundheitskräfte
Am Samstag, dem 24. Oktober, töteten Angreifer in Bafwasende in der Provinz Tshopo eine Krankenpflegerin und verletzten einen Kollegen schwer, die einem Verdachtsfall nachgingen, so die WHO. Ein örtlicher Gesundheitsverantwortlicher sagte Le Monde, Jugendliche hätten die beiden beschuldigt, das Virus mit Tabletten zu verbreiten; das Behandlungszentrum wurde geschlossen. Anderswo sind Einsatzkräfte wegen unbezahlter Prämien in den Streik getreten.
Nachbarn verschärfen Regeln
Ugandas Gesundheitsminister kündigte am Sonntag, dem 25. Oktober, an, dass Rückkehrer aus dem Kongo auf eigene Kosten 21 Tage in Quarantäne müssen. Er zweifelte zudem Schweizer Erkenntnisse an, wonach sich die Frau hinter Nigerias erstem, am 20. Oktober bestätigten Fall in Uganda infiziert habe, und verwies auf Verwandte, die im Kongo gewesen waren.