SymbolbildIsrael riegelt Westjordanland für die Wahl ab, Vertreibungen in Hebron nehmen zu
Israels Armee will am Dienstag, dem Wahltag, alle Landübergänge zum Westjordanland schließen. In Hebron wurden seit dem Angriff vom Freitag, bei dem zwei Soldaten getötet wurden, Tausende aus ihren Häusern vertrieben.
Verteidigungsminister Israel Katz bestätigte am Sonntag, dem 25. Oktober, dass rund 2.000 Menschen aus dem Hebroner Viertel Ein Deir Baha evakuiert wurden, in dem die beiden Angreifer lebten. Sie dürften erst zurückkehren, wenn Israel „alle Hamas-Probleme in Hebron“ gelöst habe. Die Stadtverwaltung von Hebron zählt mehr als 2.200 Vertriebene, das Büro des palästinensischen Ministerpräsidenten unter Berufung auf die Stadtverwaltung mehr als 2.670, überwiegend Frauen, Kinder und ältere Menschen. Die Palästinensische Autonomiebehörde bezeichnet Abrisse, Vertreibungen und Abriegelungen als Kollektivstrafe und fordert ein Eingreifen der internationalen Gemeinschaft. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu deutete einen Einsatz in einer Größenordnung an, wie es sie seit 1967 nicht gegeben habe.
Wohnhäuser als Armeeposten
Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, Soldaten hätten in Khallat Manna und Dahiyat al-Zaytoun Häuser als Kasernen übernommen und nutzten Gebäude in anderen Vierteln als Beobachtungsposten.
Festnahmen und Arbeitsverbot
Die Armee erklärt, sie sei an rund 400 Orten im Einsatz gewesen und habe etwa 40 Verdächtige festgenommen, die sie mit Hamas und Islamischem Dschihad in Verbindung bringt; die Palästinensische Gefangenengesellschaft zählt mindestens 47 Festnahmen in Hebron. Palästinensische Arbeiter dürfen am Sonntag und Montag nicht in die Siedlungen, mit Ausnahmen für Industriezonen.
Andere Meinungen
Israels Armee beschreibt den Einsatz als Anti-Terror-Aktion gegen Hamas-Zellen. Al Jazeera zitiert einen Forscher, der die Vertreibung als ethnische Säuberung bezeichnet.