SymbolbildFast 1300 Festnahmen in Frankreich, Proteste greifen auf Spanien und Italien über
Die französische Polizei nahm nach einem zweiten Protestwochenende gegen hohe Lebenshaltungskosten und für bessere Schulen 1314 Menschen fest. Auch in Barcelona und italienischen Städten kam es zu Unruhen.
Am Samstag, dem 24. Oktober, gingen laut Innenministerium landesweit 410.000 Menschen auf die Straße, etwas weniger als eine Woche zuvor. Allein in Paris waren es mehr als 100.000; die Behörden verlegten den Marsch auf breite Boulevards am Stadtrand. Innenminister Laurent Nuñez sagte, die Demonstrationszüge seien gut verlaufen, es habe nur am Abend vereinzelte Zusammenstöße gegeben. Das Ministerium zählte 1314 Festnahmen, 75 versuchte Brandstiftungen, 24 Plünderungen und 53 verletzte Polizisten; Nuñez nannte zudem zwei schwer verletzte Randalierer in Toulouse und Clermont-Ferrand. Reuters berichtet, Protestgruppen forderten weitere Kundgebungen.
Jugendkrawalle in Barcelona
Jugendliche randalierten am Samstag in Barcelona, es gab rund 100 Festnahmen. Das Handelsblatt berichtete von Chaos in der Stadt.
Italien trotzt Demonstrationsverboten
In Mailand trotzten Tausende einem Demonstrationsverbot und riefen französische Parolen, berichtet Le Monde. Die Kundgebungen dort blieben ruhig, in Rom, Turin und Bologna kam es dagegen zu Zusammenstößen mit der Polizei. Laut Breitbart drangen rund 500 Menschen ins Kolosseum vor, und die Polizei nahm den mutmaßlichen Organisator der Mailänder Krawalle der Vorwoche fest. Die Regierung von Giorgia Meloni erklärt, ihre erweiterten Polizeibefugnisse hätten größere Ausschreitungen verhindert.
Andere Meinungen
Le Monde hebt Polizeigewalt in Italien hervor, Breitbart nennt die französische Bewegung „islamo-links“ und lobt Italiens harte Gesetze.