SymbolbildStudentenliste gewinnt Wahl in Serbien, Vučić räumt Niederlage ein
Serbiens studentisch geführte Liste hat die vorgezogene Parlamentswahl am Sonntag gewonnen, Aleksandar Vučić gestand seine Niederlage ein. Die Wahlbeteiligung war die höchste seit 1992.
Am Sonntag, 25. Oktober, sagte Vučić vor Anhängern in der Parteizentrale in Belgrad, „wir haben diese Wahl verloren“; auf Basis einer Stichprobe erwarte er 135 bis 140 Sitze für die Studentenliste und 105 für seine SNS. Eine CeSID-Projektion sah die Liste bei 138 Sitzen (Guardian) beziehungsweise 139 (Handelsblatt) und die SNS bei 104, der Rest entfiel auf Minderheitenparteien. Das Handelsblatt nennt rund 52 Prozent für die Studentenliste und 39 Prozent für die SNS. Die Beteiligung lag laut CeSID und Ipsos um 19 Uhr bei 67,6 Prozent, so hoch wie seit dem Zerfall Jugoslawiens nicht mehr. Zehntausende feierten auf dem Belgrader Slavija-Platz.
Offene Frage der Regierungsbildung
Wer Ministerpräsident wird, ist laut Handelsblatt unklar; Listenführer Ilija Srdanović, ein Kardiologe, gilt nicht automatisch als Kandidat. Die FAZ verweist auf die Präsidentenwahl im Dezember, bei der ein Sieg der SNS ebenfalls ungewiss ist.
Von Novi Sad zur Wahlurne
Die Proteste begannen, nachdem am 1. November 2024 in Novi Sad ein Bahnhofsvordach eingestürzt war und 16 Menschen getötet hatte. Vučić trat laut Le Monde am 27. September als Präsident zurück, um Ministerpräsident zu werden. Die Beobachter CeSID und CRTA verzeichneten Vorfälle rund um das Wählerverzeichnis und das Wahlgeheimnis.