SymbolbildLula gewinnt vierte Amtszeit, Bolsonaro erkennt Niederlage nicht an
Lula hat die Stichwahl in Brasilien am Sonntag mit 51,79 zu 48,21 Prozent gegen Flávio Bolsonaro gewonnen. Bolsonaro räumte die Niederlage nicht ein und will mit seinen Anwälten die Annullierung beantragen.
Laut Guardian erhielt Lula nach Auszählung aller Stimmen 4,4 Millionen Stimmen mehr als Bolsonaro. Er ist der erste Kandidat seit der Rückkehr zur Demokratie in den 1980er-Jahren, der nach einem zweiten Platz im ersten Wahlgang gewann; dort hatte Bolsonaro am 4. Oktober mit 47 zu 45 Prozent vorn gelegen. Die Enthaltung sank von einem Rekordwert von 21,08 auf 19,21 Prozent, was laut Guardian wichtig ist, weil sie zuvor überproportional Lula-Wähler getroffen hatte. Lula nannte das Ergebnis „eine Niederlage des Leugnens“.
Streit um die Wahlzeiten
Bolsonaro nannte die Entscheidung von Richter Cristiano Zanin, die Abstimmung um zwei Stunden bis 19 Uhr zu verlängern, „inakzeptabel“. Laut FAZ folgte die Verlängerung auf Engpässe im Nahverkehr und Unwetter, und der Guardian vermerkt, dass Bolsonaros eigene Kampagne beim Wahlgericht ebenfalls mehr Zeit beantragt hatte.
Schwierige Amtszeit voraus
Die FAZ schreibt, das linke Lager sei im Kongress in der Minderheit, und Lula müsse erneut mit Parteien der Mitte verhandeln. Die Jerusalem Post berichtet, Bolsonaros Liberale Partei und Verbündete könnten über 280 Sitze im Unterhaus kontrollieren.
Andere Meinungen
Die Jerusalem Post berichtet, das US-Außenministerium habe eine Kampagne für die Rückkehr der Bolsonaros an die Macht angeführt, während die Financial Times das Ergebnis als Schlag für Trumps Plan eines größeren US-Einflusses in Lateinamerika bezeichnet.