SymbolbildFranzösische Anleihen unter Druck, Wirtschaft schrumpft wegen der Unruhen
Frankreichs Kreditkosten bleiben über 5 Prozent, während eine Umfrage die Wirtschaft im Schrumpfen zeigt. Der Blick richtet sich auf die EZB als möglichen Rückhalt.
Die Rendite französischer zehnjähriger Anleihen überschritt am Mittwoch, 21. Oktober, erstmals seit 2002 die Marke von 5 Prozent und erreichte am Donnerstag 5,1 Prozent, berichtet Le Monde. Am Freitag verlangten Anleger über 1,7 Prozentpunkte mehr als für deutsche Anleihen, den höchsten Abstand seit der Euro-Krise 2012, schreibt das Handelsblatt; Reuters beziffert den Spread vom Donnerstag auf 177,7 Basispunkte, den höchsten seit 2011. Bloomberg meldet, das französische Anleiherisiko nähere sich dem größten Wochenanstieg, und laut Wall Street Journal erreichte der Yen wegen der französischen Schuldensorgen ein Einjahreshoch zum Euro.
Aktivität schrumpft
Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex von S&P Global fiel von 51,1 Punkten im September auf 48,4 und signalisiert Schrumpfung; Ökonomen hatten mit moderatem Wachstum gerechnet. Das Handelsblatt führt den Einbruch auf die Gewalt in Paris und anderen Städten zurück und verweist auf erste Schätzungen der Handelskammer, wonach mehr als 2000 Betriebe Schaden genommen haben. Reuters zufolge verlangsamte sich das Wachstum der Euro-Zone auf den tiefsten Stand seit vier Monaten.
EZB im Blick
Le Monde hält ein Eingreifen des IWF für höchst unwahrscheinlich und schreibt, alle Augen richteten sich auf die EZB, deren Instrumente von Erklärungen bis zum direkten Eingreifen am Markt reichen. Frankreich finanziere sich weiterhin reibungslos, und ein Ökonom von Goldman Sachs sieht die Lösung eher in einem kleineren Defizit als in der EZB.