SymbolbildFrankreich mobilisiert 70.000 Polizisten und schließt den Louvre nach den Krawallen des Vorwochenendes
Frankreich setzt für die Proteste am Samstag rund 70.000 Polizisten ein, eine Woche nach der schwersten Straßengewalt seit Jahren. Auch Italien erlebt Unruhen wegen Lebenshaltungskosten und Spritpreisen.
Innenminister Laurent Nuñez sagte am Freitag, 23. Oktober, zum Aufgebot gehörten Anti-Terror-Einheiten, Wasserwerfer, Panzerfahrzeuge und Drohnen sowie 10.000 zusätzliche Polizisten. Die Regierung räumte ein, bei den Ausschreitungen am Samstag, 17. Oktober, die Kontrolle „verloren“ zu haben, als Plünderer in Paris, Marseille und Lyon zuschlugen und Randalierer das Rathaus von Limoges in Brand setzten. Die FAZ berichtet, auch die Armee solle die Polizei entlasten, und mehr als 3000 Geschäfte seien verwüstet oder geplündert worden. Der Louvre und andere Pariser Kultureinrichtungen bleiben am Samstag geschlossen.
Verbote und Kritik
Lyon, Grenoble und Nantes verboten alle Demonstrationen, Paris erlaubte nur einen Gewerkschaftsmarsch zwischen Bastille und Nation und lehnte Kundgebungen der Studentengewerkschaft UNEF und der Gelbwesten ab. UNEF kündigt an, trotzdem zu demonstrieren. Macron machte die „Ultralinke“ verantwortlich und riet von Demonstrationen ab, CGT-Chefin Sophie Binet forderte eine Entschärfung der Lage, und Nathalie Tehio von der Menschenrechtsliga warnte vor einem Polizeistaat.
Unruhen in Italien
In Mailand, Rom und Turin sind Proteste angekündigt, nachdem die Polizei bei den Krawallen in Mailand am vergangenen Wochenende mehr als 271 junge Menschen festgesetzt und 32 festgenommen hat. Die Regierung Meloni schickte 500 Soldaten und machte Eltern für Schäden finanziell haftbar. Im Süden haben Lkw-Fahrer, die seit über einer Woche gegen hohe Spritpreise protestieren, die Versorgung der Supermärkte gestört; laut The Guardian wurden 71 bei der Justiz angezeigt und 242 mit Bußgeldern belegt.