SymbolbildBrasiliens Stichwahl wird enger: Lula und Bolsonaro wollen sich gegenseitig disqualifizieren lassen
Laut einer Quaest-Umfrage liegt Flávio Bolsonaro vier Tage vor der Stichwahl am Sonntag einen Punkt vor Lula. Beide Lager wenden sich an das Wahlgericht, um den Gegner auszuschalten.
Am Dienstag, 20. Oktober, beantragten Bolsonaros Anwälte beim Obersten Wahlgericht (TSE), Lula und Kommunikationsminister Sidonio Palmeira für acht Jahre für nicht wählbar zu erklären. Sie werfen ihnen "Machtmissbrauch" durch massenhaft verschickte WhatsApp-Beiträge zu Regierungsprogrammen vor. Lulas Wahlkampfteam kündigte für Mittwoch einen eigenen Antrag an und wirft Meta "algorithmische Manipulation" zulasten des Präsidenten vor. Laut Al Jazeera war er noch nicht eingereicht.
Umfrage innerhalb der Fehlermarge
Quaest, das 2.154 Wähler befragte, sieht Bolsonaro bei 45 und Lula bei 44 Prozent, vor einer Woche waren es 46 und 44 Prozent. Die Fehlermarge beträgt 2 Punkte.
Meta unter gerichtlicher Frist
Am Montag gab das TSE Meta 24 Stunden Zeit, die Gleichbehandlung beider Kampagnen nachzuweisen, andernfalls drohen täglich rund 200.000 Dollar Strafe. Meta, das die Vorwürfe bestreitet, erklärte am Dienstag, die geforderten Maßnahmen umgesetzt zu haben.
Lulas Ausgabenoffensive
Lulas Hilfspaket umfasst nach Berechnung der Folha de S.Paulo, die El País wiedergibt, knapp 300 Milliarden Reais und enthält eine Erhöhung der Bolsa Família um 15 Prozent.
Andere Meinungen
Telesur (Venezuela) stellt unter Berufung auf UN-Experten Metas Moderation als unverhältnismäßig gegen Lulas Seite gerichtet dar und nennt Bolsonaro "von den USA unterstützt". Meta führt seine Fehler laut Le Monde auf technische Vorfälle zurück.