SymbolbildMacron weist Trump wegen Äußerungen zu den Krawallen zurecht, Frankreich rüstet sich für weitere Proteste
Macron nannte Äußerungen ausländischer Staats- und Regierungschefs zu den Unruhen in Frankreich "dumm" und versprach, eine Wiederholung der Gewalt vom Wochenende zu verhindern. Am Samstag sind in Paris neue Proteste geplant.
Bei einem Besuch in Katar warf Macron am Mittwoch, 21. Oktober, ausländischen Staats- und Regierungschefs vor, nach den Krawallen vom 17. Oktober Desinformation zu verbreiten, und nannte ihre Äußerungen "ebenso inakzeptabel wie dumm". Auf die Frage, ob er Donald Trump meine, der ohne Belege Einwanderer verantwortlich gemacht hat, antwortete er: "Unter anderem." Politiker mitten in Wahlkämpfen nutzten Frankreich für ihre eigenen politischen Zwecke, sagte er.
Ausgangssperren und Verstärkung
Eine zweite Nacht mit lokalen Ausgangssperren verlief ohne größere Zwischenfälle. Die Minister kündigen für Samstag einen deutlich verstärkten Einsatz mit Soldaten und zusätzlicher Polizei an, und Macron trifft am Donnerstag Geheimdienstvertreter. Justizminister Gerald Darmanin sagte, nach dem 17. Oktober seien rund 2.500 Menschen in Gewahrsam genommen worden.
Streik und Druck an den Anleihemärkten
Die Gewerkschaften wollen am 5. November trotz ergebnisloser Gespräche mit der Regierung einen Generalstreik durchführen. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen stieg auf 5 Prozent, den höchsten Stand seit Juli 2002.
EU-Untersuchung zu Desinformation
Laut Financial Times prüfen EU-Regulierer die Rolle sozialer Netzwerke bei der Verbreitung von Desinformation und Hassrede rund um Gewalt und Plünderungen, darunter prorussische Inhalte.