SymbolbildRendite französischer Zehnjahresanleihen steigt über 5 %, Spread zu Deutschland wächst
Frankreichs Zehnjahresrendite lag am Mittwoch erstmals seit 2002 über 5 %. Der Abstand zu Deutschland ist so groß wie seit 2011 nicht mehr.
Die Rendite der zehnjährigen Anleihe erreichte am Mittwoch, 21. Oktober, gegen 11.05 Uhr 5,005 %, nach 4,926 % zum Handelsschluss am Dienstag, berichtet Le Monde; laut Guardian sank sie später auf 4,99 %. Le Monde führt die Bewegung auf Zweifel der Anleger nach den Ausschreitungen und Plünderungen vom Wochenende des 17. und 18. Oktober zurück. Der Spread zu Deutschland erreichte 157 Basispunkte, ein Abstand, der 2011 nur kurzzeitig erreicht wurde. Frankreich zahlt inzwischen mehr als Italien (4,57 %) und Spanien (4,06 %).
Haushalt im Stillstand
Die Regierung hat ihren Haushalt für 2027 noch nicht verabschiedet, vermerkt der Guardian. Le Monde beziffert die neuen Anstrengungen des Entwurfs auf 43 Milliarden Euro, um das Defizit auf 5 % des BIP zu senken, El País nennt Kürzungen von 54 Milliarden Euro. Die Schweizer Bank UBP sieht kaum Chancen auf eine realistische Haushaltssanierung vor der Präsidentschaftswahl im Mai 2027.
Moody's-Prüfung und Wachstumsrisiko
Moody's überprüft am Freitag Frankreichs Rating, derzeit Aa3 mit negativem Ausblick. Das Institut IFE erklärt, seine Wachstumsprognose von 0,5 % für 2027, die durchschnittlich 4,5 % Rendite unterstellt, müsste gesenkt werden, wenn die Renditen dauerhaft über 5 % bleiben.