SymbolbildIEA warnt vor Dieselknappheit bis weit ins Jahr 2027
Die Internationale Energieagentur erklärte am Mittwoch, die Dieselmärkte blieben wegen der Lieferausfälle am Golf infolge des Irankriegs bis weit ins Jahr 2027 angespannt. Raffinerien können mit Rekordgewinnen rechnen.
In ihrem Monatsbericht vom Mittwoch, dem 14. Oktober, erklärte die IEA, die geleerten Lagerbestände dürften sich laut The National nicht vor der zweiten Hälfte 2027 erholen. Die gemeinsamen Dieselexporte des Nahen Ostens und Russlands sanken im September um 1,3 Millionen Barrel pro Tag, und der Dieselgroßhandelspreis erreichte in Europa und den USA rund 220 Dollar pro Barrel. Die Agentur erwartet, dass höhere Raffinerieleistung Anfang des Jahres einen Überschuss bringt, der die Lager aber nicht wieder füllt. Erholten sich die Lieferungen vom Golf nicht bald, warnte sie, könnten weitere Nachfragekürzungen nötig werden.
Notreserven kommen schleppend auf den Markt
Von den im März zugesagten 400 Millionen Barrel Notreserven sind laut The National noch rund 96 Millionen nicht freigegeben. Die G7-Staats- und Regierungschefs sagten am 2. Oktober zu, die Freigabe zu beschleunigen und Diesel zu priorisieren.
Raffinerien profitieren
Die Dieselmargen der Raffinerien erreichten im September laut Handelsblatt mit fast 95 Dollar pro Barrel einen Rekord. Laut The Guardian vervierfachte sich das Raffinerie- und Chemiegeschäft von TotalEnergies zwischen April und Juni auf 1,8 Milliarden Dollar, und der Börsenwert von Marathon Petroleum, Valero und Phillips 66 hat sich seit Beginn der Krise mehr als verdoppelt.
Wachstumsprognose gesenkt
Die IEA senkte ihre globale Wachstumsprognose um 0,4 Prozentpunkte auf 3 Prozent, da die Zentralbanken die Zinsen gegen die kriegsbedingte Inflation anheben. Rekordpreise für Diesel verteuerten Waren und belasteten die Realeinkommen, so die Agentur.