SymbolbildÄthiopien und Eritrea steuern auf Krieg zu, während die Armee in Tigray vorrückt
Äthiopien wirft Eritrea eine „totale Invasion“ vor und beruft sich auf Selbstverteidigung, Asmara bestreitet eine Beteiligung. Beide Länder haben ihre diplomatischen Beziehungen faktisch ausgesetzt.
Ende September begannen schwere Kämpfe zwischen Äthiopiens Armee und tigrayischen Kräften, die TPLF kündigte am Mittwoch, 23. September, einen „Verteidigungskrieg“ an. Laut FAZ eroberten Verbündete der Zentralregierung Anfang Oktober Mekele zurück, während sich tigrayische Kämpfer in gebirgige Gebiete zurückzogen. Am Wochenende rückte die Armee nach Drohnenangriffen in Adigrat ein, wo eritreische Soldaten gesichtet worden waren; die Stadt liegt etwa dreißig Kilometer von der Grenze entfernt. Äthiopien teilte Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats vergangene Woche mit, es berufe sich auf Selbstverteidigung. Eritrea nennt das eine „verwerfliche Kriegserklärung“ und fordert vom Rat „abschreckende Maßnahmen“.
Rebellenallianz
Die TPLF hat sich mit sechs bewaffneten Gruppen zur „Allianz für das Überleben“ zusammengeschlossen, die Ministerpräsident Abiy Ahmed stürzen und die Verfassung reformieren will, laut dem von Folha übernommenen Bericht der New York Times. Dort zitierte Experten sehen als eines der Ziele, die Fernstraße nach Dschibuti zu unterbrechen.
Regionale Blöcke
Äthiopiens Armeechef sagte, Ägypten und Sudan unterstützten die Rebellen vermutlich, was beide zurückweisen; Addis Abeba und Kairo wiesen je einen Diplomaten aus. Anfang Oktober trafen sich in Kairo die Staatschefs Eritreas, Ägyptens, Sudans und Somalias.
Kontakt nach Washington
Abiy sprach am Mittwoch, 14. Oktober, telefonisch mit US-Außenminister Marco Rubio und begrüßte die Zusicherung fortgesetzter US-Unterstützung.
Andere Meinungen
Telesur, ein staatsnaher venezolanischer Sender, stellt das Telefonat Abiys mit Rubio und die gemeldeten Geländegewinne Addis Abebas in den Mittelpunkt, während die FAZ die eritreische Rolle und regionale Bündnisse betont.