SymbolbildCyberangriff heizt Kühlanlagen in Hunderten französischen Supermärkten auf
Hacker haben über Nacht die Temperatur der Kühlanlagen in mehreren hundert französischen Supermärkten auf bis zu 50 Grad erhöht, es kam zu Lebensmittelverlusten und Bränden. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet.
Der Angriff begann in der Nacht zum Montag, 12. Oktober, und traf Filialen von Intermarché, Netto, Coopérative U, Monoprix und E.Leclerc. Die Zahlen gehen auseinander: Les Mousquetaires nennt rund 150 betroffene Filialen, während Händler der AFP mitteilten, mindestens 300 Märkte von Intermarché und Netto sowie weniger als 100 von Coopérative U seien betroffen. Laut Le Monde dehnten die Angreifer den Abtauzyklus von einer auf acht Stunden aus, sodass Alarme erst spät ausgelöst wurden. Intermarché warf alle betroffenen Lebensmittel weg, und Coopérative-U-Chef Dominique Schelcher nannte den Angriff "beispiellos" und "inakzeptabel".
Schwachstelle in Danfoss-Software
Die französische Cybersicherheitsbehörde ANSSI, von Premierminister Sébastien Lecornu beauftragt, fand eine Schwachstelle in Software des dänischen Unternehmens Danfoss. Danfoss erklärt, die betroffenen Geräte hätten veraltete Firmware genutzt, und man habe Kunden seit Langem geraten, Altsysteme zu aktualisieren oder zu ersetzen.
Ermittlungen und Kosten
Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein, um die Geschädigten zu erfassen und sie mit den gemeldeten Verlusten und Bränden in Verbindung zu bringen. Ein Täter ist nicht benannt. Intermarché warnt, dass seine Versicherung solche Vorfälle in Filialen nicht abdeckt.
Niederländische Kette meldet Vorfall
Ahold Delhaize meldete ein "Sicherheitsproblem" und nahm Systeme vom Netz, sodass die App und der Lieferdienst von Albert Heijn ausfielen. Laut Guardian ist ein Zusammenhang mit dem französischen Angriff unklar.