SymbolbildIWF-Chefin: KI-Investitionen halten Weltwirtschaft bei rund 3 Prozent, doch Jobs in Gefahr
IWF-Chefin Kristalina Georgiewa sagte am Montag, KI-Investitionen hielten das globale Wachstum trotz des Energieschocks bei rund 3 Prozent. Für die Arbeitsmärkte nannte sie KI einen „langsamen Tsunami“.
Am ersten Tag der Tagung von IWF und Weltbank in Bangkok sprach Georgiewa am Montag, 12. Oktober, von einem „Nachfrageschock, einem Investitionsschock“ durch den KI-Boom. Er könne das Wachstum in fortgeschrittenen asiatischen Volkswirtschaften um 0,5 bis 1 Prozentpunkt und in aufstrebenden um 0,2 bis 0,8 Punkte steigern. Nach IWF-Schätzungen wird KI rund 40 Prozent der Jobs weltweit verstärken, abwerten oder ersetzen, in Industrieländern etwa 60 Prozent und in Ländern mit niedrigem Einkommen 23 Prozent; der niedrigere Wert spiegle laut Georgiewa die langsamere Verbreitung, nicht besseren Schutz. Am Dienstag legt der Fonds neue Prognosen vor, nach 3,0 Prozent Wachstum für 2026 im Juli.
Jobs und Steuerbasis
Eine IWF-Studie fand, dass bereits 10 Prozent der US-Stellen KI-Kenntnisse erfordern, während Routinejobs schrumpfen und schlechter bezahlte Stellen im Bau und in Rechenzentren zunehmen. Georgiewa nannte Berufseinsteiger als besonders gefährdet und warnte, die Verlagerung von Arbeit zu Kapital könne die Staatseinnahmen schmälern.
Anleihe-Ausverkauf trübt die Aussichten
Die Financial Times berichtet, ein Ausverkauf von Staatsanleihen habe die Kreditkosten auf Jahrzehntehochs getrieben, nachdem Zentralbanken Zinssenkungen gegen Erhöhungen getauscht hätten. Ein Brookings-FT-Indikator sieht „besorgniserregende Vorzeichen“ hinter robustem Wachstum, und die Staatsschulden dürften laut IWF vor 2030 über 100 Prozent des BIP steigen, so Premium Times.