SymbolbildSchulproteste in Frankreich gehen trotz Regierungszusagen weiter
Schüler blockierten am Donnerstag erneut Schulen und zogen durch ganz Frankreich. Gewerkschaften rufen für Dienstag zu einem neuen landesweiten Aktionstag auf.
Das Innenministerium zählte am Donnerstag, 8. Oktober, 71.500 Demonstrierende, davon 24.500 nahe der Place de la Bastille in Paris, dazu weitere Märsche in Lille, Rennes, Nantes, Lyon, Toulon und Marseille. Die Bewegung begann am 17. September an einem Gymnasium in Créteil wegen fehlender Lehrkräfte, maroder Gebäude und überfüllter Klassen und hat sich inzwischen auf Hunderte Schulen ausgeweitet.
Zusagen der Regierung
Bildungsminister Édouard Geffray sagte, bis Dienstag kämen 3.000 Vertretungslehrkräfte an rund 100 Gymnasien mit akutem Mangel, zudem werde er mehrere Hundert Neueinstellungen genehmigen. Premierminister Sébastien Lecornu versprach Änderungen am Haushalt 2027 zum Lehrerersatz.
Schüler fordern mehr
Ryad Rani, Präsident einer Schülergewerkschaft, sagte, die Protestierenden hätten keine konkreten Maßnahmen gehört. Sabrine Kharbach von einer anderen Vereinigung erklärte, die Proteste dauerten an, bis 10 Milliarden Euro auf dem Tisch lägen. Laut einer Elabe-Umfrage für BFM TV halten 72 Prozent die Forderungen für legitim, 55 Prozent wollen ein Ende der Proteste.
Zusammenstöße und Festnahmen
Die Bereitschaftspolizei setzte in Paris Tränengas und Schlagstöcke ein und in Rennes Wasserwerfer. Laut Innenministerium gab es seit Ende September mehr als 6.600 Festnahmen; Brandstifter hätten in Bordeaux ein Polizeirevier angegriffen, ein Demonstrant in Toulouse einen Lehrer attackiert.