SymbolbildEU-Handelskommissar verhandelt in Peking, während Deutschland Cosco-Übernahme blockiert
EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič ist in Peking, um einen Handelskrieg wegen chinesischer Exporte abzuwenden. Berlin untersagte unterdessen eine Cosco-Übernahme in Hamburg.
Šefčovič reiste zu Gesprächen bis Freitag an und schrieb auf X, er wolle damit beginnen, das „nicht tragbare Handelsdefizit“ der EU abzubauen. Er trifft Chinas Handelsminister Wang Wentao und will laut Handelsblatt ein zeitlich begrenztes Stillhalteabkommen aushandeln. Diplomaten zufolge lehnt China freiwillige Begrenzungen seiner Hybridauto-Exporte ab, weshalb Brüssel eine befristete Schutzmaßnahme mit Quoten und hohen Zöllen erwägt, die vermutlich auch für Partner wie Japan, Südkorea und Großbritannien gelten müsste. Die Sprecherin des Außenministeriums, Mao Ning, erklärte, offene Zusammenarbeit und gleichberechtigter Dialog lägen im Interesse beider Seiten. Deutschland und Frankreich drängen auf ein neues Instrument, um den Marktzugang schnell einzuschränken.
Streit um den Yuan
Chinas Zentralbank erklärte am Donnerstag, sie habe nie eine Politik der wettbewerbsorientierten Abwertung betrieben, und wies europäische Forderungen nach einem stärkeren Yuan zurück. Die EU importierte im vergangenen Jahr Waren im Wert von rund 360 Milliarden Euro mehr aus China, als sie dorthin exportierte; Brüssel macht staatliche Subventionen verantwortlich, Peking warnt vor Protektionismus.
Berlin stoppt Cosco-Deal
Nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch, dem 7. Oktober, untersagte die Bundesregierung Coscos Plan, 80 % des Hamburger Logistikers Zippel zu übernehmen, und verwies auf die nationale Sicherheit und die Gefahr größerer Abhängigkeit von China. Cosco hält laut Le Monde bereits 24,9 % am Container-Terminal Tollerort.