SymbolbildEx-BND-Chef Hanning in Haft, Partner prüfen geteilte Informationen
Ein Richter hat den früheren BND-Präsidenten August Hanning (80) am Mittwoch, einen Tag nach der Festnahme, in Untersuchungshaft geschickt. Er steht im Verdacht der landesverräterischen Spionage. Britische Dienste prüfen Berichten zufolge, was sie Berlin weitergegeben haben.
Die Bundesanwaltschaft wirft Hanning und seinem früheren Büroleiter Manfred D. vor, 2010 vereinbart zu haben, dass D. gegen Bezahlung BND-Material für Hannings Beratertätigkeit liefert, bis Juni 2022 rund 2.000 Dokumente. Der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof setzte den Haftbefehl am Mittwoch, dem 7. Oktober, in Vollzug, auch Manfred D. sitzt in Haft. Hannings Anwalt Leon Kruse räumt ein, dass sein Mandant vertrauliche Unterlagen besaß, bestreitet aber, Informationen zum Nachteil Deutschlands oder gegen Bezahlung weitergegeben zu haben.
Aserbaidschan-Spur bestritten
Die Ermittler nennen den beteiligten fremden Dienst nicht und erklären, es sei unklar, ob eine von Hanning erstellte Analyse den Adressaten erreichte. Laut „Spiegel“ führt die Spur nach Aserbaidschan, dessen Medienrat jede Verbindung bestreitet und den Bericht als Desinformation bezeichnet.
Britische Dienste prüfen Quellen
Der „Daily Telegraph“ und der „Independent“ berichten, MI6 und GCHQ durchkämmten die an den BND weitergegebenen Informationen, weil sie fürchten, ihre Quellen könnten gefährdet worden sein.
Ruf nach strengeren Regeln
Politiker fordern schärfere Transparenz- und Karenzregeln für ehemalige Amtsträger. Das Parlamentarische Kontrollgremium hatte sie im Mai 2023 empfohlen, geschehen ist laut Handelsblatt nichts.