SymbolbildWHO stuft Pestrisiko als gering ein, Russland bestreitet Ausbruch
Russland erklärt, eine Mitarbeiterin eines sibirischen Pestinstituts sei an einer Lungenentzündung unbekannter Herkunft gestorben, nicht an der Pest. Die WHO stuft das Epidemierisiko als gering ein, die USA verlangen mehr Informationen.
Darja Schipilowa, 28, Mitarbeiterin des Forschungsinstituts für Pestbekämpfung in Irkutsk, starb laut Meduza in der Nacht zum Freitag, 2. Oktober, in einem Krankenhaus in Schelechow. Die russische Gesundheitsbehörde Rospotrebnadsor führt ihren Tod auf eine Lungenentzündung unbekannter Ätiologie zurück und gibt an, keine mit ihrer Arbeit verbundenen Mikroorganismen gefunden zu haben. Lokale Medien vermuten Lungenpest nach einem Laborunfall, was die Behörde bestreitet. Kremlsprecher Dmitri Peskow forderte die Menschen am Dienstag auf, der Behörde zu vertrauen und nicht Gerüchten.
WHO sieht geringes Risiko
WHO-Sprecher Christian Lindmeier sagte am Dienstag, das Risiko sei für Irkutsk mäßig bis gering, für Russland gering und für Europa sehr gering. Die Kontaktpersonen würden Berichten zufolge überwacht, keine zeige Symptome. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus forderte Russland zu transparenter Information auf.
Washington drängt Moskau
US-Außenminister Marco Rubio sagte, Russland solle mehr Informationen teilen. Trump bot Hilfe an und erwartet bald ein Gespräch mit Putin. Rospotrebnadsor entgegnete, Russland könne den USA bei deren eigenen Ausbrüchen helfen, und verwies auf Masern.
Quarantäne dementiert
Das regionale Büro von Rospotrebnadsor nannte Berichte über verschärfte Beschränkungen im Gebiet Irkutsk falsch. Meduza berichtet, das Krankenhaus in Schelechow sei unter Quarantäne gestellt worden, Gouverneur Igor Kobsew sprach von einer „besonders gefährlichen Infektion“. Die Behörde gibt an, 60 Prozent der Kontaktpersonen seien getestet worden, gefunden worden seien nur zwei Covid- und zwei Rhinovirus-Infektionen.