SymbolbildFranzösische Anleihen unter Druck belasten den Euro, Le Pen kündigt Sparkurs an
Der Euro fiel am Montag auf 1,116 Dollar, den tiefsten Stand seit Mai 2025, während die französischen Kreditkosten sich der 5-Prozent-Marke näherten. Am Dienstag stellte Marine Le Pen einen Plan für Ausgabenkürzungen vor.
Marine Le Pen, die vor der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr in den Umfragen führt, schlug am Dienstag, 6. Oktober, eine „goldene Regel“ vor: Die Staatsverschuldung soll bei 60 Prozent des BIP gedeckelt und das Defizit jährlich um 0,5 Prozent gesenkt werden, über beides soll ein Referendum entscheiden. Sie machte die Politik von Präsident Emmanuel Macron für das diesjährige Defizit von 5,4 Prozent verantwortlich und stellte Kürzungen und Steueränderungen von 140 Milliarden Euro über fünf Jahre vor, zuvor waren es 125 Milliarden. Laut Bloomberg forderte sie die EZB zudem auf, die Kreditkosten zu senken.
Notenbank warnt vor Zinsen
Der Gouverneur der Banque de France, Emmanuel Moulin, sagte der FT, Frankreich drohe von Zinsen „stranguliert“ zu werden, wenn es seine Staatsfinanzen nicht in Ordnung bringe, könne das Vertrauen der Investoren aber zurückgewinnen. Laut Handelsblatt weitete sich der Renditeabstand zu Bundesanleihen binnen einer Woche um 32 Basispunkte aus, so stark wie seit Beginn der Bloomberg-Daten 1990 nicht, und Spanien und Italien rücken in den Fokus der Anleger.
Ökonomen bestreiten die Einsparungen
Allianz-Chefvolkswirt Ludovic Subran nannte die Pläne „Voodoo-Ökonomie“ und sagte, einige Maßnahmen erforderten eine Verfassungsreform. Er und andere Ökonomen bezweifeln die angesetzten Renteneinsparungen von 15 bis 20 Milliarden Euro, da Le Pen zugleich das Rentenalter für früh Berufstätige von 62 auf 60 senken will.