Der NATO-Gipfel in Ankara rückte die Türkei so stark ins Zentrum wie selten zuvor. Präsident Erdogan führte am Rande bilaterale Gespräche mit mehreren Balkan-Staatschefs über Verteidigungskooperation, während das türkische Verteidigungsministerium Trumps Andeutungen begrüßte, die CAATSA-Sanktionen wegen des S-400-Kaufs bald aufzuheben. Polen bezeichnete die Türkei als wichtigen Verbündeten an der Südostflanke, ein Bild, das vor allem durch staatsnahe türkische Berichterstattung geprägt ist.
In der weiteren Geopolitik ließ eine neue Runde von Schlägen zwischen den USA und Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus deutlich einbrechen, was an den Märkten neue Zweifel an der fragilen Waffenruhe weckte. Zum bevorstehenden 30. Jahrestag des Völkermords von Srebrenica nahm Bosnien in Sarajevo Abschied von zehn neu identifizierten Opfern. In Grossbritannien sorgte Nigel Farages riskante Nachwahl für seinen Parlamentssitz für Aufsehen, während der designierte künftige Premierminister ankündigte, den Druck auf Israel erhöhen zu wollen. Australien und Indien einigten sich zudem auf einen Uranexport für Indiens zivile Kernenergie.
Wirtschaftlich kündigte Volkswagen an, seine Modellpalette drastisch zu verkleinern und Kapazitäten weiter zu kürzen, eine Reaktion auf die als historisch bezeichnete Krise der Branche. Die Türkei meldete Fortschritte bei der Entdollarisierung mit Lira-Einlagen auf einem Elf-Jahres-Hoch, während die Bank of England eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr nicht ausschloss. Das Europäische Parlament billigte zudem den Start von Verhandlungen über einen digitalen Euro als Antwort auf Verschiebungen der globalen Währungslandschaft.
Im Technologiebereich trieb der KI-Boom weiter neue Modelle und milliardenschwere Deals: OpenAI stellte mit GPT-5.6 Sol sein bislang stärkstes Modell vor, Meta kündigte Investitionen von über 9,1 Milliarden Dollar in ein kanadisches Rechenzentrum an, und SK Hynix sammelte bei einem US-Listing 26,5 Milliarden Dollar ein. Zugleich berichtete die New York Times, dass staatliche Akteure aus China, Russland und Iran versuchen, die US-Debatte über die Ressourcenfolgen von KI-Rechenzentren anzuheizen, während sich in Neuseeland lokaler Widerstand gegen ein Grossprojekt regt.
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