Cyberangriff legt Rumäniens Grundbuch und Immobilienmarkt lahm
Ein Cyberangriff auf die rumänische Grundbuchbehörde hat Datenbank und Sicherungen zerstört und den Immobilienmarkt zum Stillstand gebracht. Notare können keine Verträge mehr beurkunden. Erbeutete Daten wurden zum Verkauf angeboten.
Ein schwerer Cyberangriff hat die rumänische Grundbuchbehörde ANCPI und ihre Plattform e-Terra lahmgelegt. Wie die Berliner Zeitung und Balkan Insight berichten, verschaffte sich der Angreifer über gestohlene Zugangsdaten Zugriff und löschte nach einer gescheiterten Erpressung Datenbank und Backups. In der Folge kam der Immobilienmarkt zum Erliegen, weil Notare und Bürger keine Einträge mehr abrufen oder Verträge beurkunden konnten. Das Fachportal The Record ordnet den Fall als finanziell motivierten Angriff ein, der bekannte, eigentlich zu schließende Sicherheitslücken ausnutzte. Erbeutete Daten wurden in einem Hackerforum zum Verkauf angeboten. Der Vorfall offenbart nach Einschätzung von Balkan Insight erhebliche Lücken in der IT-Sicherheit staatlicher Institutionen. In Deutschland löst er die Frage aus, wie sicher hiesige Register vor ähnlichen Angriffen sind. Wie schnell die Behörde den Betrieb vollständig wiederherstellen kann, ist offen.
