Indiens Kakerlaken-Proteste gehen weiter, Rahul Gandhi kurz festgenommen
Die jugendgetragene Kakerlaken-Bewegung setzt trotz Polizeigewalt ihre Proteste gegen Regierungschef Modi fort. Oppositionsführer Rahul Gandhi wurde bei einer Sitzblockade vor Modis Residenz kurz festgenommen. Er fordert Modis Rücktritt.
Die vor rund zwei Monaten als Satire entstandene Kakerlaken-Bewegung (Cockroach Janta Party) hat sich zu einer landesweiten Herausforderung für Premier Narendra Modi entwickelt. Einen Tag nachdem die Polizei Tränengas und Schlagstöcke gegen Tausende einsetzte, die zum Parlament ziehen wollten, kündigten die Demonstranten an, ihren Sitzstreik fortzusetzen, wie der Guardian berichtet. Oppositionsführer Rahul Gandhi und Abgeordnete der Kongresspartei hielten eine Sitzblockade vor Modis Residenz ab; Gandhi wurde laut Deutschlandfunk kurzzeitig festgenommen und warf Modi vor, die Zukunft der Jugend zu zerstören. Wirtschaftsnahe Beobachter wie Bloomberg sehen Modi in einer schwierigen Lage mit wenig guten Optionen. Die Bewegung richtet sich gegen Korruption, ein als unfair empfundenes Prüfungssystem und fehlende Perspektiven; der Hungerstreik des Aktivisten Sonam Wangchuk wurde zu ihrem Symbol. Die Regierung verweist auf Recht und Ordnung, die Opposition auf das Versagen der Bildungspolitik. Wie weit die Proteste tragen, ist offen.
