Frankreich verbietet als erstes EU-Land soziale Medien für unter 15-Jährige
Frankreichs Nationalversammlung hat ein Verbot sozialer Medien für Kinder unter 15 Jahren beschlossen. Plattformen müssen künftig das Alter überprüfen. Das Land folgt damit dem Vorbild Australiens, während Kritiker Datenschutz und Umsetzbarkeit anzweifeln.
Mit großer Mehrheit stimmte die französische Nationalversammlung für ein Verbot sozialer Medien für unter 15-Jährige und macht Frankreich damit zum ersten EU-Land mit einer solchen Altersgrenze. Plattformen sollen das Alter der Nutzer mit EU-konformen Verfahren prüfen; Ausnahmen gelten etwa für Enzyklopädien und Bildungsangebote, Strafen für Kinder oder Eltern sind nicht vorgesehen, wie Die Zeit und die Süddeutsche Zeitung berichten. Befürworter verweisen auf Cybermobbing, sinkendes Selbstwertgefühl und Inhalte zu Selbstverletzung; das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit fordert laut Deutschlandfunk auch hierzulande eine gesetzliche Grenze und nennt die Evidenz belastbar. Die BBC ordnet den Schritt in den internationalen Trend ein, seit Australien Ende 2025 ein Verbot für unter 16-Jährige einführte. Kritiker vor allem aus dem linken Lager warnen vor Datenschutzrisiken der Alterskontrolle, der Geschwindigkeit der Umsetzung und einfacher Umgehung. Umstritten ist, ob technische Alterskontrollen zuverlässig und grundrechtskonform funktionieren können. Auch die Wirksamkeit gegen die psychischen Belastungen bleibt umstritten.
