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Erzählfaden · 2 Ereignisse

Iran und Energiepreise

Symbolbild

Mit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar 2026 und der weitgehenden Sperrung der Straße von Hormus, durch die normalerweise mehr als 20 Prozent des weltweiten Ölhandels laufen, verteuerte sich Rohöl um rund 40 US-Dollar je Barrel; in den USA stiegen die Benzinpreise bis Ende März um rund 30 Prozent auf etwa 4 US-Dollar pro Gallone. Ein iranischer Angriff auf die katarische LNG-Anlage Ras Laffan am 18. März reduzierte Katars Flüssiggas-Kapazität um rund 17 Prozent und ließ die Spotpreise für LNG in Asien um über 140 Prozent steigen. Die Weltbank bezifferte den erwarteten Energiepreisanstieg 2026 auf rund 24 Prozent und bezeichnete ihn als den stärksten Schub seit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022. Besonders betroffen waren Asien und der Nahe Osten: In Malaysia und Pakistan legten die Benzinpreise um über 50 Prozent zu, Diesel in Malaysia um mehr als 70 Prozent und in den Vereinigten Arabischen Emiraten um über 85 Prozent. Nach der Waffenruhe im April und dem Juni-Abkommen entspannte sich die Lage etwas, blieb aber angesichts der erneuten Eskalation im Juli fragil.

EuronewsWikipediaStatista

Verlauf im Detail

Dienstag, 14. Juli 2026Wirtschaft

US-Inflation sinkt im Juni auf 3,5 Prozent dank fallender Energiepreise

Die US-Verbraucherpreise stiegen im Juni nur noch um 3,5 Prozent, gebremst durch günstigere Energie- und Benzinpreise. Ökonomen warnen jedoch vor einem erneuten Anstieg wegen der US-Iran-Spannungen.

Über die Zahl herrscht Einigkeit: Die US-Inflation verlangsamte sich im Juni auf 3,5 Prozent, wesentlich getragen von sinkenden Energie- und Benzinpreisen. Das konservative Wall Street Journal rahmt es positiv als Entlastung der Amerikaner an der Zapfsäule. Der katarische Sender Al Jazeera teilt den Befund, betont aber die Warnung von Experten, die Teuerung könne nach den erneuten US-Iran-Spannungen zurückkehren. Das wirtschaftsliberale Handelsblatt spiegelt die gemischte Marktreaktion: Die Wall Street lag nach den Daten uneinheitlich, hin- und hergerissen zwischen Teuerung, Unternehmenszahlen und dem Irankrieg. Als Fakt gilt die abgekühlte Juni-Inflation; strittig ist ihre Nachhaltigkeit. Die Quellen unterscheiden sich vor allem darin, wie stark sie die geopolitischen Risiken für die Preisentwicklung gewichten.

Wall Street JournalAl JazeeraHandelsblatt

Samstag, 4. Juli 2026GeopolitikIran beginnt Khamenei-Trauerfeier und droht mit Hormus-Gebühren

Iran beginnt Khamenei-Trauerfeier und droht mit Hormus-Gebühren

In Teheran starten die auf mehrere Tage angelegten Trauerfeiern für den am 28. Februar getöteten Ayatollah Khamenei, zu denen Iran Millionen Teilnehmer erwartet. Zugleich kündigt Teheran an, künftig Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erheben, was die USA zurückweisen. Die ausgesetzten Verhandlungen sollen am 11. Juli wieder aufgenommen werden.

Am 4. Juli 2026 begannen in Teheran die tagelangen staatlichen Trauerfeiern für Ayatollah Ali Khamenei, der laut den Berichten am ersten Tag des US-israelischen Kriegs gegen Iran am 28. Februar getötet worden war. Iranische Behörden gaben an, in Teheran über die kommenden Tage 15 bis 20 Millionen Teilnehmer zu erwarten; unter den Trauergästen waren dem Times of Israel zufolge auch Vertreter von Hamas und Hisbollah. Parallel erklärte Irans Botschafter in China, Teheran werde für Schiffe in der Straße von Hormus definitiv Servicegebühren erheben, wobei befreundete Staaten eine Sonderbehandlung erhalten sollten. Die USA wiesen dies zurück und bestanden darauf, dass ein Abkommen Iran das Erheben von Gebühren untersagen müsse. US-Präsident Trump erklärte, die USA würden den Krieg gegen Iran so oder so gewinnen. Die Quellenlage stützt sich auf Live-Berichte von CNN, CBS und Times of Israel; die genauen Teilnehmerzahlen sind offizielle iranische Angaben und unabhängig schwer zu prüfen.

CNNThe Times of IsraelCBS News

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich55%

    Die Verhandlungen werden nach der Trauerwoche am 11. Juli wieder aufgenommen, ohne dass Iran und USA sich schnell auf die Hormus-Gebühren und die Sanktionen einigen.

  • Wahrscheinlich20%

    Iran macht die Hormus-Gebühren einseitig geltend, es kommt zu Zwischenfällen mit westlichen Marinen und der brüchige Waffenstillstand bricht zusammen.

  • Wahrscheinlich25%

    Der große Trauerandrang stärkt die Führung, Teheran zeigt sich am Verhandlungstisch kompromissbereit und ein dauerhaftes Abkommen zur Öffnung von Hormus rückt näher.