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Die Lage · Ausgabe 4

Samstag, 4. Juli 2026

In Teheran begannen die tagelangen staatlichen Trauerfeiern für Ayatollah Ali Khamenei, der laut Berichten am ersten Tag des Kriegs zwischen den USA, Israel und Iran im Februar getötet worden war. Iranische Behörden erwarteten Millionen Teilnehmer, unter ihnen auch Vertreter von Hamas und Hisbollah. Parallel kündigte Irans Botschafter in China an, künftig Servicegebühren für Schiffe in der Straße von Hormus zu erheben, was die USA umgehend zurückwiesen, während Präsident Trump erklärte, man werde den Konflikt mit Iran so oder so für sich entscheiden.

An der Front meldete der ukrainische Generalstab, die russische Ölraffinerie-Industrie sei durch die anhaltende ukrainische Fernschlagkampagne auf rund 42 Prozent ihrer Kapazität gefallen, nachdem im Juni acht Raffinerien getroffen und über 60 Öltanks beschädigt worden waren. Nach Einschätzung westlicher Analysten rückten an der Front zugleich weder ukrainische noch russische Truppen nennenswert vor, während Moskau seine Gebietsansprüche als Teil der Informationskampagne wiederholte.

Wirtschaftlich trat das EU-US-Handelsabkommen in Kraft, das eine drohende Zoll-Eskalation abwendet: Für die meisten EU-Waren gilt künftig ein Zoll von 15 Prozent, Autos sinken von 27,5 auf 15 Prozent, während Stahl bei 50 Prozent verbleibt. Gleichzeitig fiel der Ölpreis unter 70 Dollar je Barrel, da sich der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nach dem im Juni geschlossenen Memorandum zwischen den USA und Iran erholte und die Kriegsprämie schmolz.

Im Technologiesektor lockerten die USA die Chip-Exportbeschränkungen für die Vereinigten Arabischen Emirate, während Chinas eigene Chip-Exporte im ersten Halbjahr auf rund 177 Milliarden Dollar nahezu verdoppelten, ein Beleg dafür, wie stark der Zugang zu KI-Halbleitern inzwischen als geopolitisches Druckmittel eingesetzt wird.

Hormus-Iran-KriseIran und EnergiepreiseUkraine-KriegUSA-HandelskonfliktÖlmarktChip-Exportkontrollen

Top-Thema des Tages

Geopolitik
Symbolbild

Iran beginnt Khamenei-Trauerfeier und droht mit Hormus-Gebühren

Iran und EnergiepreiseHormus-Iran-Krise

In Teheran starten die auf mehrere Tage angelegten Trauerfeiern für den am 28. Februar getöteten Ayatollah Khamenei, zu denen Iran Millionen Teilnehmer erwartet. Zugleich kündigt Teheran an, künftig Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erheben, was die USA zurückweisen. Die ausgesetzten Verhandlungen sollen am 11. Juli wieder aufgenommen werden.+ mehr Blickwinkel

Am 4. Juli 2026 begannen in Teheran die tagelangen staatlichen Trauerfeiern für Ayatollah Ali Khamenei, der laut den Berichten am ersten Tag des US-israelischen Kriegs gegen Iran am 28. Februar getötet worden war. Iranische Behörden gaben an, in Teheran über die kommenden Tage 15 bis 20 Millionen Teilnehmer zu erwarten; unter den Trauergästen waren dem Times of Israel zufolge auch Vertreter von Hamas und Hisbollah. Parallel erklärte Irans Botschafter in China, Teheran werde für Schiffe in der Straße von Hormus definitiv Servicegebühren erheben, wobei befreundete Staaten eine Sonderbehandlung erhalten sollten. Die USA wiesen dies zurück und bestanden darauf, dass ein Abkommen Iran das Erheben von Gebühren untersagen müsse. US-Präsident Trump erklärte, die USA würden den Krieg gegen Iran so oder so gewinnen. Die Quellenlage stützt sich auf Live-Berichte von CNN, CBS und Times of Israel; die genauen Teilnehmerzahlen sind offizielle iranische Angaben und unabhängig schwer zu prüfen.

CNNThe Times of IsraelCBS News

Geopolitik

Ukraine drückt Russlands Raffineriekapazität auf gut 42 Prozent

Ukraine-Krieg

Am 4. Juli meldete der ukrainische Generalstab, dass die russische Ölraffinerie-Industrie durch anhaltende Angriffe auf rund 42,5 Prozent ihrer Auslegungskapazität gedrückt worden sei. Weder russische noch ukrainische Bodentruppen kamen an diesem Tag voran. Russland verbreitete laut ISW übertriebene Erfolgsmeldungen.+ mehr Blickwinkel

Der ukrainische Generalstab teilte am 4. Juli 2026 mit, dass die russische Ölraffinerie-Industrie infolge der andauernden ukrainischen Fernschlagkampagne auf 42,47 Prozent ihrer gesamten Auslegungskapazität gefallen sei. Im Juni 2026 seien acht russische Raffinerien getroffen und mehr als 60 Öltanks zerstört oder schwer beschädigt worden, davon 58 Prozent mit Mineralölprodukten und 42 Prozent mit Rohöl. Nach Einschätzung des Institute for the Study of War (ISW) und von Critical Threats rückten am 4. Juli weder ukrainische noch russische Bodentruppen vor. Putin hatte am Abend des 3. Juli mit Generalstabschef Gerasimov und mehreren Frontkommandeuren beraten; am 4. Juli erhoben russische Stellen diverse Gebietsansprüche, die das ISW als Teil der russischen Informationskampagne einordnet. Die Angaben zu Raffineriekapazität und Truppenbewegungen stammen überwiegend aus ukrainischer bzw. westlicher Quelle und lassen sich nur begrenzt unabhängig verifizieren.

Critical Threats (ISW)Kyiv PostAl Jazeera

Wirtschaft

EU-US-Zolldeal mit 15-Prozent-Deckel tritt in Kraft

USA-Handelskonflikt

Kurz vor der Frist zum 4. Juli hat die EU ihr Handelsabkommen mit den USA final gebilligt. Seit dem 1. Juli gilt für die meisten EU-Waren ein allumfassender US-Zoll von 15 Prozent, im Gegenzug entfallen EU-Zölle auf US-Industriegüter. Autos sinken von 27,5 auf 15 Prozent, während Stahl bei 50 Prozent bleibt.+ mehr Blickwinkel

Rund um den 4. Juli 2026 trat das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA in Kraft, mit dem eine drohende Zoll-Eskalation abgewendet wurde. Zum 1. Juli fiel für die meisten Waren mit EU-Ursprung ein allumfassender US-Zoll von 15 Prozent an, der nicht auf die regulären MFN-Sätze aufgeschlagen wird: Güter mit niedrigeren MFN-Sätzen zahlen insgesamt 15 Prozent, solche mit höheren zahlen nur den MFN-Satz. Im Gegenzug schaffte die EU alle Zölle auf Einfuhren von US-Industriegütern ab und verbesserte den Marktzugang für bestimmte Agrarprodukte. Autos sinken von 27,5 auf 15 Prozent, Pharma und Halbleiter sind bei 15 Prozent gedeckelt, während Stahl bei 50 Prozent verbleibt. Das Rahmenwerk geht auf die Einigung von Kommissionspräsidentin von der Leyen und Präsident Trump aus dem Juli 2025 zurück und wurde nun formal von Parlament und Rat bestätigt. Die Details stützen sich auf offizielle EU-Kommissionsangaben sowie Analysen von Kanzleien und Tax Foundation; einzelne Ausnahmeregelungen (etwa ab September) bleiben in der Umsetzung noch präzisierungsbedürftig.

Europaeische KommissionSullivan & CromwellThe Daily Pioneer

Ölpreis fällt unter 70 Dollar, Kriegsprämie schwindet

Hormus-Iran-KriseÖlmarkt

Zum Monatsbeginn Juli fiel der Brent-Spotpreis unter 70 Dollar je Barrel und damit auf das Niveau von vor dem Iran-Konflikt. Die Erholung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus liess die Kriegsprämie schmelzen. Im Juni hatte Brent noch bei durchschnittlich 85 Dollar gelegen.+ mehr Blickwinkel

In den Tagen um den 4. Juli 2026 setzte sich der Rückgang der Ölpreise fort: Der Brent-Spotpreis fiel am 1. Juli unter 70 Dollar je Barrel und damit auf das Niveau von vor dem am 28. Februar begonnenen Konflikt. Hintergrund war die Erholung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus, nachdem die USA und Iran am 18. Juni ein Memorandum of Understanding zur Beendigung des Konflikts und zur Öffnung der Meerenge unterzeichnet hatten. Dadurch schmolz die zuvor eingepreiste Kriegsprämie ab. Im Juni hatte der Brent-Preis noch bei durchschnittlich 85 Dollar gelegen, rund 22 Dollar unter dem Mai-Durchschnitt. Zum Wochenende steuerte der Markt Berichten zufolge auf die vierte Verlustwoche in Folge zu. Die Preisangaben stammen aus Marktberichten von The National, CNBC und der EIA; die Entwicklung blieb angesichts der ungelösten Hormus-Frage fragil und drehte sich im weiteren Monatsverlauf wieder.

The NationalU.S. EIA

Technologie

USA lockern KI-Chip-Exporte für die VAE

Chip-ExportkontrollenKI-Boom

Die US-Regierung erklärte in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung, dass die Vereinigten Arabischen Emirate künftig leichter fortschrittliche Technologien einschließlich KI-Halbleiter kaufen dürfen. Das Handelsministerium verwies auf Maßnahmen der VAE zum Schutz sensibler US-Technologie. Zugleich zeigen Daten, dass Chinas Chip-Exporte im ersten Halbjahr fast auf das Doppelte stiegen.+ mehr Blickwinkel

Um den 4. Juli 2026 wurde bekannt, dass die Trump-Regierung die Exportbeschränkungen für die Vereinigten Arabischen Emirate lockert und damit den Weg für den Kauf fortschrittlicher Technologien einschließlich der für KI benötigten Halbleiter freimacht. Laut einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung des US-Handelsministeriums qualifizieren sich die VAE nun für eine erleichterte Behandlung unter den US-Exportkontrollgesetzen, begründet mit Schritten der Emirate zum Schutz sensibler amerikanischer Technologie. Parallel zeigen Außenhandelsdaten, dass Chinas Chip-Exporte im ersten Halbjahr 2026 nahezu auf das Doppelte stiegen: 179,44 Milliarden integrierte Schaltkreise im Wert von rund 177 Milliarden Dollar, ein Plus von mehr als 96 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Vorgang zeigt, wie die USA den Zugang zu KI-Chips als geopolitisches Instrument einsetzen. Die Angaben stützen sich auf Berichte von Bloomberg und der South China Morning Post; die konkrete Ausgestaltung der Lockerung war zum Berichtszeitpunkt noch nicht in allen Details öffentlich.

BloombergSouth China Morning Post