SymbolbildSelenskyj entlässt Armeechef Syrskyj und ernennt Drapatyj
Nach tagelangen Protesten hat Präsident Selenskyj den Oberbefehlshaber Olexandr Syrskyj entlassen und Generalmajor Mychajlo Drapatyj zum neuen Armeechef ernannt. Auslöser war die vorangegangene Entlassung des als Modernisierer geltenden Verteidigungsministers Fedorov. Diesem bot Selenskyj einen neuen Regierungsposten an.
Der Machtkampf in der ukrainischen Militärführung entlud sich nach Tagen der Straßenproteste in Kiew und anderen Städten. Präsident Selenskyj entließ den seit 2024 amtierenden Oberbefehlshaber Syrskyj, der laut New York Times und Le Figaro für eine eher sowjetisch geprägte, auf Infanterie und Artillerie gestützte Kriegsführung steht. Sein Nachfolger Drapatyj gilt als Offizier, der den Schutz seiner Soldaten betont; das Handelsblatt spricht von einem Generationswechsel. Die Demonstranten hatten die Rückkehr des jungen Ex-Verteidigungsministers Fedorov gefordert, den viele als treibende Kraft hinter dem erfolgreichen Drohnenkrieg sehen. Selenskyj bot Fedorov einen Regierungsposten im Technologiesektor an, wie die serbische Politika berichtet. Das russische Exilmedium Meduza schildert den Vorgang nüchtern als Personalwechsel an der Staatsspitze. Aus westlicher Sicht (BBC) ist offen, ob der Wechsel die inneren Spannungen befriedet oder die Führung in einer kritischen Kriegsphase schwächt. Strittig bleibt, wie stark der Schritt die militärische Lage an der Front beeinflusst.
- Wahrscheinlich55%
Drapatyj übernimmt geordnet, die Proteste ebben ab, an der Frontlinie ändert sich zunächst wenig.
- Schlimmstenfalls20%
Der Führungswechsel verschärft interne Konflikte und schwächt die ukrainische Verteidigung in einer kritischen Phase.
- Bestenfalls25%
Die Modernisierer setzen sich durch, der Drohnenkrieg gewinnt an Schlagkraft und die Einheit im Land wächst.