SymbolbildMerz macht Thorsten Frei zum Unions-Fraktionschef
Bundeskanzler Friedrich Merz beruft seinen bisherigen Kanzleramtschef Thorsten Frei zum neuen Vorsitzenden der Unionsfraktion und löst damit Jens Spahn ab. In der Fraktion stößt die Personalie auf verhaltene Reaktionen. Kommentatoren sehen darin einen riskanten Befreiungsschlag des Kanzlers.
Kanzler Merz ordnet mit der Ernennung von Thorsten Frei die Machtverhältnisse in der CDU neu: Der bisherige Kanzleramtschef soll Jens Spahn an der Spitze der Unionsfraktion nachfolgen. Die konservative Welt beschreibt den Schritt als "Befreiungsschlag" für Merz, verweist aber darauf, dass ausgerechnet der als Kanzleramtschef kritisierte Frei den Posten übernimmt und sich das Machtgefüge verschiebt. Die linke taz sieht die Personalie zwiespältig und warnt, mit Frei stehe und falle auch Merz. Der linksliberale Spiegel spricht davon, die Union bekomme "nur den zweitbesten Mann", während das wirtschaftsliberale Handelsblatt in der wenig begeisterten Reaktion der Fraktion dennoch Chancen für den Kanzler ausmacht. Die Deutungen unterscheiden sich also weniger in den Fakten als in der Bewertung, ob Merz damit Probleme löst oder neue schafft. Unstrittig ist, dass der enge Vertraute des Kanzlers eine Schlüsselrolle bei der Führung der Regierungsmehrheit übernimmt.
Quellen
- Wahrscheinlich55%
Frei übernimmt die Fraktionsführung, die Personalie stabilisiert Merz kurzfristig, ohne die internen Spannungen aufzulösen.
- Schlimmstenfalls20%
Der Wechsel verschärft den Streit in der Union und schwächt die Handlungsfähigkeit der Regierung.
- Bestenfalls25%
Frei bündelt die Fraktion hinter dem Kanzler und verschafft Merz neuen Spielraum.