SymbolbildUkraines Drohnen treffen Russlands Häfen und Handelslager, Kiew ruft den UN-Sicherheitsrat an
Ukrainische Drohnen haben mehrere Lager des russischen Onlinehändlers Wildberries getroffen und den Hafen Noworossijsk zeitweise lahmgelegt, wo Russland nachts keine Schiffe mehr passieren lässt. Kiew wirft Moskau vor, die globale Ernährungssicherheit als Geisel zu nehmen, und beantragt eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats.
Der ukrainische Drohnenkrieg zielt zunehmend auf die russische Wirtschaft: Nach Berichten von BBC und dem Exilmedium Meduza (Russland) trafen Angriffe binnen weniger Tage mehrere Großlager des Onlinehändlers Wildberries, der Betreiber sagte den Verkäufern Entschädigungen zu. Laut Meduza verhängte Russland nach Drohnenangriffen ein nächtliches Fahrverbot für Schiffe im Hafen Noworossijsk. Zugleich verschiebt sich die Deutung des Konflikts: Kiew wirft Moskau vor, mit Angriffen auf zivile Frachtschiffe die "globale Lebensmittelsicherheit als Geisel" zu nehmen, und beantragte laut FAZ (Deutschland) und Le Monde (Frankreich) eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. Serbische Medien wie B92 zitieren dagegen Bewohner der Krim, die klagen, ukrainische Angriffe hätten sie "in die Steinzeit" zurückgeworfen, und betonen so die russische Perspektive auf zerstörte Infrastruktur. Unabhängig bestätigt ist das genaue Schadensausmaß auf beiden Seiten nur begrenzt. Gemeinsamer Kern der Berichte ist, dass der Krieg immer stärker über wirtschaftliche und logistische Ziele ausgetragen wird.
- Wahrscheinlich55%
Kiew setzt die Drohnenangriffe auf Wirtschaftsziele fort, Moskau verschärft Rhetorik und Gegenschläge, eine Verhandlungslösung bleibt fern.
- Schlimmstenfalls20%
Die Angriffe treffen kritische Energie- und Hafeninfrastruktur so hart, dass Russland massiv zurückschlägt und der Krieg weiter eskaliert.
- Bestenfalls25%
Der wirtschaftliche Druck bringt beide Seiten näher an ernsthafte Verhandlungen.