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Erzählfaden · 5 Ereignisse

Russland

Symbolbild

Seit dem Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hat der Westen Russland mit umfassenden Sanktionen belegt, während der Kreml seine Wirtschaft auf Kriegsproduktion umgestellt hat: Rund die Hälfte des russischen Staatshaushalts fließt inzwischen in Militär und Sicherheit. Anfang 2026 zeigte die Wirtschaft erste deutliche Bremsspuren, das BIP lag im Januar 2,1 Prozent und im Februar 1,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau, und der IWF senkte seine Wachstumsprognose für 2026 auf lediglich 0,8 Prozent. Die Öleinnahmen brachen im Januar 2026 zeitweise um rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein, bevor ein US-Angriff auf den Iran die Preise trieb und Washington seine Sanktionen gegen die Ölkonzerne Rosneft und Lukoil vorübergehend aussetzte. Um die hohen Militärausgaben zu finanzieren, hob Moskau zum 1. Januar 2026 die Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent an; Analysten sehen die russische Kriegswirtschaft zwar nicht vor dem unmittelbaren Zusammenbruch, aber mit weitgehend erschöpften Wachstumskräften.

20 Minutent-onlineDer Pragmaticus

Verlauf im Detail

Donnerstag, 16. Juli 2026Geopolitik

Selenskyj entlässt Verteidigungsminister Fedorow mitten im Krieg

Der ukrainische Präsident hat überraschend Verteidigungsminister Mychailo Fedorow, einen Verfechter des Drohnenkriegs, nach sechs Monaten aus dem Amt gedrängt. Als Nachfolger ist Innenminister Ihor Klymenko im Gespräch. Der Schritt löste Unverständnis und Proteste aus, ein prominenter Freiwilliger nannte ihn einen „fatalen Fehler“.

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einem überraschenden Regierungsumbau Verteidigungsminister Mychailo Fedorow abgesetzt, der als Reformer und treibende Kraft des ukrainischen Drohnen- und Roboterkriegs galt. Die New York Times führt den Rücktritt auf anhaltende Konflikte mit der Generalität und mit Rüstungsunternehmen über die Rolle innovativer Waffen zurück. Politico zitiert einen prominenten Militärfreiwilligen mit den Worten, dies sei „ein fataler Fehler, der uns teuer zu stehen kommt“, und beschreibt Fedorow als populären Reformer. Die russische Exilzeitung Meduza meldet nüchtern, Innenminister Ihor Klymenko solle den Posten übernehmen, und betont die kurze Amtszeit von sechs Monaten. Le Monde hebt hervor, dass der Abgang des sehr populären Ministers mitten in einer ukrainischen Offensive auf der Krim erfolgt und landesweit Unverständnis sowie für Donnerstag angekündigte Solidaritätskundgebungen auslöst. Regierungsnahe Stimmen deuten den Schritt als Konsolidierung von Selenskyjs Kontrolle, Kritiker als Schwächung einer erfolgreichen Rüstungspolitik; eine offizielle Begründung des Präsidenten steht noch aus.

Politico EuropeNew York TimesLe MondeMeduzaDie Zeit

Donnerstag, 16. Juli 2026GeopolitikRussische Raketen treffen Kiew, Brände in der Hauptstadt

Russische Raketen treffen Kiew, Brände in der Hauptstadt

Russland hat Kiew erneut mit ballistischen Raketen beschossen; in der Stadt waren während des Alarms Explosionen zu hören, Bürgermeister Klitschko meldete mehrere Brände. Die Angriffe folgten kurz nach der Unterzeichnung eines Drohnen-Abkommens zwischen der EU und der Ukraine. Russland warf Kiew zugleich die Tötung eines Akw-Chefingenieurs vor.

In der Nacht schlugen erneut russische ballistische Raketen in Kiew ein; die Nachrichtenagentur AFP berichtete von Explosionen während eines Raketenalarms, Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, die Rettungsdienste bekämpften Brände in der Hauptstadt. Al Jazeera stellt den Beschuss in den Zusammenhang mit einem frisch unterzeichneten Drohnen-Abkommen zwischen EU und Ukraine, das die ukrainische Rüstungsproduktion stärken soll. Die FAZ verweist zusätzlich auf erneute Tote nach russischen Angriffen in Saporischschja und auf den russischen Vorwurf, die Ukraine habe den Chefingenieur eines Atomkraftwerks getötet; Kiew äußerte sich dazu zurückhaltend, unabhängig bestätigt ist der Vorwurf nicht. Die westlichen und ukrainischen Darstellungen betonen den fortgesetzten russischen Terror gegen zivile Infrastruktur, während Moskau seine Angriffe als Reaktion auf ukrainische Schläge rahmt. Der Beschuss unterstreicht, dass der Zermürbungskrieg trotz diplomatischer Bewegung in Europa unvermindert weitergeht.

Al JazeeraFAZAFP

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich60%

    Russland setzt die Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Städte fort, während EU-Rüstungshilfe und Drohnenkooperation die ukrainische Abwehr allmählich stärken.

  • Schlimmstenfalls20%

    Die Angriffe treffen kritische Energie- oder Nuklearinfrastruktur so schwer, dass es zu einer humanitären oder nuklearen Notlage kommt.

  • Bestenfalls20%

    Ausgebaute Luftabwehr und westliche Lieferungen senken die Wirksamkeit der Angriffe und verschaffen Kiew Spielraum für Verhandlungen.

Mittwoch, 15. Juli 2026GeopolitikKiew baut die Regierung um, Russland trifft Frachter im Schwarzen Meer

Kiew baut die Regierung um, Russland trifft Frachter im Schwarzen Meer

Die Ukraine hat den Rücktritt von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko angenommen, Teil eines von Präsident Selenskyj angestoßenen Führungsumbaus; auch der Chef des Rüstungskonzerns Ukroboronprom trat nach einem tödlichen russischen Angriff zurück. Zugleich beschossen russische Kräfte zwei weitere Handelsschiffe vor Odessa, ein Kapitän wurde getötet.

Nach nur einem Jahr im Amt trat Swyrydenko auf Bitten Selenskyjs zurück; ein Angebot, Botschafterin in Washington zu werden, lehnte sie laut Ukrainska Pravda schroff ab („Geh zur Hölle“), wie das unabhängige russische Meduza meldet. Herman Smetanin gab die Führung von Ukroboronprom ab, nachdem ein russischer Schlag auf ein Lager nahe Kiew neun Menschen getötet hatte. Über diese Personalien berichten das regierungsnahe türkische Daily Sabah und Meduza weitgehend übereinstimmend. Bei der militärischen Lage betonen die Lager Unterschiedliches: Die konservative Welt und das Wall Street Journal heben ukrainische Erfolge hervor, gezielte Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien, die Moskau „große Probleme“ bereiteten, und eine Seedrohne, die ein russisches Schiff nahe einem mutmaßlich Putin zugeordneten Anwesen versenkte. Meduza dokumentiert die russische Gegenseite: den Beschuss zweier Frachter unter tansanischer und liberianischer Flagge im Schwarzmeer-Korridor mit einem getöteten Kapitän und drei Verletzten. Fakt ist über die Lager hinweg, dass der Krieg zugleich an der Front, in der Luft und zur See weitertobt und der Kiewer Führungsumbau mitten in diese Belastung fällt.

Die WeltWall Street JournalDaily SabahMeduza

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich60%

    Der Führungsumbau festigt Selenskyjs Kontrolle, der Abnutzungskrieg zu Lande, Luft und See setzt sich ohne territoriale Verschiebung fort.

  • Schlimmstenfalls15%

    Die Angriffe im Schwarzmeer-Korridor eskalieren und ziehen zivile Schifffahrt und Anrainer in den Krieg hinein.

  • Bestenfalls25%

    Ukrainische Schläge auf Russlands Energieinfrastruktur und der Regierungsumbau verbessern Kiews Position und öffnen ein Fenster für Verhandlungen.

Mittwoch, 15. Juli 2026GeopolitikNach Grahams Tod: US-Senat treibt scharfes Russland-Sanktionsgesetz voran

Nach Grahams Tod: US-Senat treibt scharfes Russland-Sanktionsgesetz voran

Der US-Senat bringt ein von dem verstorbenen Senator Lindsey Graham mitverfasstes Sanktionsgesetz gegen Russland voran, das dem Präsidenten Zölle von bis zu 100 Prozent auf Käufer russischen Öls und Gases erlaubt. Grahams Schwester Darline Graham Nordone rückt derweil in seinen Senatssitz nach; Trump, früher gegen harte Sanktionen, zeigt sich nun offen.

Das parteiübergreifend getragene Gesetz war Grahams außenpolitisches Vermächtnis; nach seinem Tod hoffen Unterstützer beider Parteien, es „ihm zu Ehren“ zu verabschieden, wie die New York Times berichtet. Die konservative Welt, die den Entwurf nach eigenen Angaben einsehen konnte, hebt den „mächtigen Mechanismus“ hervor und zitiert Dankbarkeit für Trumps Unterstützung. Das russische Exilmedium Meduza verweist dagegen auf eine WSJ-Analyse, wonach das „Sanktions“-Gesetz in Wahrheit ein Zollgesetz sei: Es ermächtige den Präsidenten zu Strafzöllen von bis zu 100 Prozent gegen die größten Abnehmer russischen Öls und Gases, allen voran China und Indien; manche Demokraten fürchteten, damit Trump eher eine Handelswaffe als einen Schlag gegen Moskau in die Hand zu geben. Das Handelsblatt schildert den Entwurf nüchtern als Zeichen, dass beide Parteien den Druck auf Russland erhöhen wollen und Trump seinen Widerstand aufgegeben hat. Der serbische Sender B92 rückt eine Nebenfront in den Blick: Trump wies Verschwörungstheorien über Grahams Tod zurück und meinte, das FBI „verschwende seine Zeit“. Umstritten bleibt damit weniger das Ob als das Wozu, ein Instrument gegen Moskau oder ein Zollhebel gegen Peking und Neu-Delhi.

Die WeltNew York TimesMeduzaHandelsblattB92

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich55%

    Das Gesetz gewinnt im Gedenken an Graham an Rückhalt und wird in abgeschwächter Form verabschiedet, sein Zoll-Mechanismus bleibt aber eine Drohkulisse.

  • Schlimmstenfalls20%

    Der Präsident nutzt die 100-Prozent-Zölle vor allem als Handelswaffe gegen China und Indien und entfacht einen breiteren Handelskrieg.

  • Bestenfalls25%

    Das Gesetz erhöht gezielt den Druck auf Moskau und stärkt Kiews Verhandlungsposition, ohne Drittstaaten in einen Zollkrieg zu ziehen.

Montag, 13. Juli 2026GeopolitikRussland greift Kiew und weitere Städte erneut mit Raketen an

Russland greift Kiew und weitere Städte erneut mit Raketen an

Russische Truppen haben Kiew und andere ukrainische Städte in der Nacht mit einer Serie von Raketenangriffen überzogen. Behörden meldeten Brände in mehreren Stadtteilen, Moskau spricht von Angriffen auf Rüstungsfabriken. Parallel wirft der Kreml Kiew eine "beispiellose" Kampagne gegen zivile Schiffe im Asowschen Meer vor.

Die Süddeutsche Zeitung meldet Brände in mehreren Kiewer Stadtteilen, darunter eine brennende Lagerhalle; über Opfer lag zunächst nichts vor. Das russische Verteidigungsministerium erklärte laut Politika (staatsnah), man habe gezielt Militärfabriken in Kiew getroffen. Moskau meldet zudem, zwei Matrosen seien bei ukrainischen Angriffen auf Schiffe im Asowschen Meer getötet worden, und spricht von einer "beispiellosen" ukrainischen Kampagne gegen zivile Schiffe. Die Welt beleuchtet parallel den Einsatz zunehmend autonomer russischer KI-Drohnen, die eigenständig Ziele erkennen. Die Darstellungen der Kriegsparteien stehen sich unversöhnlich gegenüber: westliche/ukrainische Quellen betonen den Beschuss von Wohngebieten, russische die Zerstörung von Rüstungszielen und eigene zivile Opfer.

Süddeutsche ZeitungPolitikaDie Welt

Prognose · Einschätzung
  • Wahrscheinlich65%

    Die russischen Luftangriffe und ukrainischen Gegenschläge setzen sich im bekannten Muster fort, ohne territoriale Verschiebung an der Front.

  • Schlimmstenfalls15%

    Die Eskalation im Asowschen Meer und der Drohnenkrieg weiten sich aus und ziehen zivile Schifffahrt und Nachbarstaaten stärker hinein.

  • Bestenfalls20%

    Der westliche Druck aus Paris und neue Luftabwehrlieferungen dämpfen die russischen Angriffe spürbar.